Hallo Michael,
in der Firma, wo ich aktuell tätig bin, wird die Software von Perschmann calibration namens "trendic" verwendet. Es handelt sich dabei um eine vollständige Prüfmittelverwaltungssoftware, in der alle Messmittelinformationen hinterlegt werden und in der die Kalibrierverwaltung vorgenommen werden kann.
Vorteile:
- Modulbauweise, d.h. Basissoftware ist die Prüfmitteldatenbank, es lassen sich zusätzliche Module zur Kalibrierung von Handmessmitteln einkaufen (Messschieber, Bügelmessschraube), die nach VDI/VDE/DGQ 2618 arbeiten
- es besteht die Möglichkeit, Messmittel von Perschmann kalibrieren zu lassen. Das hat den positiven Effekt, dass die Kalibrierprotokolle digital in die Software eingepflegt werden könne oder eine Datenbasis mitgereicht wird, die den Status, der aktuell kalibrierten Messmittel automatisch aktualisiert
- Zusammenstellung aller notwendigen Kalibrierungen innerhalb eines best. Zeitraums (z..B. alle Messgeräte aus dem Verkehr ziehen, die im Monat x zur Überprüfen müssen)
- Installation an mehreren Rechnern möglich, Zugriffsbeschränkungen (so könnte jeder Mitarbeiter sehen, wann sein Messgerät zum zentralen Sammelort für Kalibrierungen muss - falls du diese Aufgabe verteilen willst)
- automatisches Einpflegen der Datenbasis von neu bestellten Messmitteln, falls von Perschmann bestellt
- Preis: im dreistelligen Bereich
Nachteile:
- sehr stark auf Perschmann ausgerichtet
- keine Erfahrung mit Schnittstellen zu CAQ-Systemen
- bei Anwendung von Kalibriermodulen z.B. für Messschieber empfiehlt sich eine Softwarevalidierung (war aktuell ein Thema von mir, falls dazu noch fragen bestehen, PN an mich

)
Bei Kalibrierungen an sich hat unsere Firma mit dem Unternehmen "Feinmess" gute Erfahrungen gemacht.
EDIT: Eine Kalibrierung bezieht sich immer auf Normtemperatur. Da eine Kalibrierung auch immer eine Angabe der Messunsicherheit nach sich zieht, würde deine Messunsicherheit aufgrund des erhöten Temperatureinflusses (muss also bei der Berechnung der MU berücksichtigt werden) einen größeren Wert annehmen. Das hat zur Folge (siehe VDI 2618), dass der Bereich der "uneingeschränkten Einsatzfähigkeit" unverhältnismäßig klein werden würde, der Bereich der "eingeschränkten Einsatzfähigkeit" dagegen unverhältnismäßig groß wäre. Es folgt dann die dokumentierte Aussage, wie mit einem Messmittel zu verfahren ist, dass als eingeschränkt einsatzfähig eingestuft wurde. Denn es besteht immer die Möglichkeit, dass derartige Messmittel eine zu große Messabweichung aufweisen.
Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.
Beste Grüße
Chris