Hallo Christian,
die einfache Antwort ist - ja ... es sollte dann nur entsprechend im Auditjahresplan vermerkt und begründet werden. Allerdings wundere ich mich über die Formulierung "ein internes Audit" und "das" interene Audit?
Ist hier ein komplettes Systemaudit gemeint? - Ein komplettes Systemaudit aller Unternehmensbereiche und Elemente des QM-Systems muss nur mindestens alle 3 Jahre erfolgen - bzw. zu jeder Rezertifizierung vorliegen ... das ist nicht jährlich gefordert.
Jährlich ist man nach der Norm nur aufgefordert eine stichprobenartige Überprüfung des QM-Systems zu gewährleisten - d.h. innerhalb des Jahres durch idR. mehrere Audits sicherzustellen, dass alle Normenkapitel/Normenforderungen in die Prüfung einbezogen werden. Dass heißt nicht, dass man alle Teams oder alle Prozesse prüfen muss.
Nehmen wir Kap. 4.2. Dokumentation ... spielt in jedem beliebigen Prozess- oder Produktaudit eine Rolle. - es ist z.B. nicht gefordert und zielführend jährlich die Prozesse zu Datensicherung und Archivierung zu prüfen.
Bei der Erstellung und Vorbereitung der Auditjahresplanung orientiere ich mich immer an den Schwachstellen, die sich aus der Analyse verschiedener Indikatoren ergeben haben - wo müssen wir besser werden, wo gab es Reibungsverluste etc.. Diese Prozesse, Schnittstellen, Produkte oder Lieferanten schaue ich mir dann an, um entsprechende Potentiale im Audit präsent werden zu lassen und Verbesserungsmaßnahmen bei den Verantwortlichen einzufordern. Die jährliche Auditplanung sollte aus meiner Sicht immer einer klaren Zielsetzung und Fokussierung folgen - man kann nicht jedes Jahr alles prüfen. Audits dürfen auch kein Selbstzweck sein, da haben wir alle Besseres zu tun. Und um der Normenforderung zu genügen, stelle ich erst im zweiten Schritt sicher, dass bei diesen geplanten Audits auf jeden Fall alle Normenkapitel irgendwo berücksichtigt werden. Zur Rezertifizierung muss dann komplettes Systemaudit sichergestellt werden.
Grüße
Andreas