Hallo,
Ich konnte mich leider nicht so zeitnah an der spannenden Diskussion beteiligen. Jetzt möchte ich das nachholen, und auch gleich als Revoluzzer auftreten
Stellt Euch doch mal vor, es gäbe keine Zertifizierung. Stellt Euch dann weiter vor, wir wollten Audits nur durchführen, um die Firma mit ihrer Qualität und ihren Abläufen nach vorne zu bringen.
Jetzt macht einfach mal einen Auditplan.
Würdet Ihr wirklich die Dinge auditieren, die eh gut laufen? Nein, würdet ihr nicht. Vielleicht würdet Ihr mal überprüfen, ob es immer noch so gut läuft, aber es wäre sicher nicht der Fokus.
Würdet Ihr nicht eher dort nachschauen, wo es klemmt? Würdet Ihr euch nicht mit den Betroffenen an einen Tisch setzen, um die Dinge zu verbessern?
Selbstverständlich würdet ihr das tun!
Und wenn sich an einer Stelle Lücken zeigen, würdet Ihr da nicht mit allen Formen der Analyse einsteigen, um die Probleme von Grund auf zu lösen? Selbstverständlich würdet Ihr das tun!
Wenn Ihr das alles getan habt, dann versucht einmal zu verstehen, was die Normen (ISO 9000 ff, TS...) eigentlich wollen. Ihr werdet erkennen, dass die Normen genau das wollen, was Ihr getan habt. Und Ihr werdet stolz sein, dass Ihr verstanden habt.
Und dann werdet auch Ihr die Grenzen von Systemaudit und Prozessaudit verwischen, weil es nicht auf die Auditart ankommt, sondern auf den Qualitätsgewinn. Nicht die Methode, sondern das Ergebnis ist wichtig.
Und wenn es dann sein muss, könnt Ihr das auch noch zertifizieren lassen.
In diesem Sinne
Karl Stanger