Hallo Monte,
also so ganz grundsätzlich darf ein Unternehmen die Kriterien sowie die Gewichtung derselben selber festlegen - insofern bist Du zwar der Betroffene, aber ohne bindende Möglichkeit, Dich dagegen zu wehren.
Wenn Euer Kunde die Frage des Zertifikats als soft fact bewertet, läßt das auch schon tief blicken, immerhin handelt es sich hierbei um ein Kriterium, das nicht nur messbar, sondern sogar digital ist.Und damit so ziemlich alles nur kein soft fact.
Sollte es tatsächlich so sein, daß ihr für alle anderen Kriterien volle Punktzahl habt und nur wegen des fehlenden Zertifikats auf unter 50% abgestuft wurdet, finde ich das reichlich daneben. Aber -siehe oben - es ist rechtens. Ein großer Automobilist macht das übrigens bei den Prozessaudits genauso: wer kein TS-Zertifikat hat, kriegt kein A - egal wie gut er sonst ist.
In einer langfristigen Lieferantenbewertung macht das aber reichlich wenig Sinn. Hier kommt es doch darauf an, wie gut über die Zeit mit dem Lieferant zusammen gearbeitet werden kann - und das ist meist reichlich zertifikatsunabhängig. Und die sehr starke Gewichtung des Zertifikats hat natürlich noch einen anderen Effekt: die wirklich wichtigen Kriterien wie z. B. Qualität, Liefertreue, Service werden dementsprechend geringer gewichtet bewertet (in der Summe stehen immer nur 100% zur Verfügung) - und das ist rundum kontraproduktiv. Das hilft noch nicht mal dem Kunden wirklich: er darf dann LIeferantenwohlfühlprogramme machen für seine top Lieferanten, deren einziger Mangel im Zertifikat besteht.
Man kann sich auch selber Löcher ins Knie bohren.
Übrigens: man kann LIeferantenbewertungen auch einfach ignorieren...
Grüßle
T