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THEMA: Vorbeugemaßnahmen



Vorbeugemaßnahmen 05 Jul 2011 06:24 #11300

Guten Morgen,

ich schreibe gerade an einem Handbuch für eine Soziale Einrichtung. Vieles wird hier informell geregelt, aber das konnte ich gut bewältigen. Ich kann und will kein Formalisierungskarusell einführen, da es dem tatsächlichen Ablauf auch nicht entsprechen würde, aber ich stehe mit der Forderung nach Vorbeugemaßnahmen voll im Wald. In Team-Sitzungen werden aktuelle und neue Fälle durchgesprochen und zum Teil auch die Viorgehensweise angepasst oder die "Etappenziele" geändert, aber wie kann ich Vorbeugemaßnahmen für den Ablauf (Prozessanweisung) definieren. Ich freue mich, wenn ich von Seiten der Industrie (das sind ja wohl die meisten) eine Anregung erhalte.

Vielen Dank Abate
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Aw: Vorbeugemaßnahmen 06 Jul 2011 12:43 #11319

Hallo Abate,
ich bin ebenfalls QMB in einer großen sozialen Einrichtung und wir sind seit Februar 2011 ISO 9001 zertifiziert. Vorbeugemaßnahmen ergeben sich bei uns lediglich aus dem Beschwerde/Reklamations- und Fehlermanagement.
Wir haben NICHT zu jedem Prozeß eine Vorbeugemaßnahme erabeitet. Das wäre ja auch völlig übertrieben und ist auch nicht gefordert.
Geregelt ist in Verfahren und Arbeitsanweisungen wie, wann und warum eine Vorbeugemaßnahme initiert wird. Sie ist dann Bestandteil des allgemeinen Korrekturmanagements, was ebenfalls beschrieben ist.
Die Auditoren waren damit sehr zufrieden und hatten nichts zu meckern.
LG
qmmaib
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Aw: Vorbeugemaßnahmen 07 Jul 2011 08:25 #11329

Hallo zusammen,

Ich muss leider qmmaib etwas wiedersprechen:
Vorbeugemaßnahmen ergeben sich bei uns lediglich aus dem Beschwerde/Reklamations- und Fehlermanagement
dies stimmt nicht ganz. Im Beschwerde- und Fehlermangement werden bereits passierte Fehler erfasst, dem Kunden geholfen, die Fehler analysiert und dann (bei Bedarf) in die Vorbeugemaßnahmen in der Prozesslandschaft mit eingebaut.

In Ihrer Prozesslandschaft gibt es immer wieder Prozessschritte bei denen Sie wissen das Fehler auftreten könnten (Erfahrungswerte) oder an denen unter allen Umständen keine Fehler passieren dürfen. Sie haben nach Anregungen aus der Industrie gefragt. Einer unserer großen Kunden für unser Prozessdokumentations-Tool ist in Lebensmittelbranche. Hier wird die Dringlichkeit von Vorbeugemaßnahmen am sichtbarsten.

Besagter Betrieb stellt Babynahrung her. Die Zutaten, Maschinen und auch die Zubereitung müssen hier nach den gültigen Lebensmittelstandards (HACCP etc.) überprüft werden und dies ist in der Prozesslandschaft dokumentiert. So hat man bei diesem Betrieb generelle vorbeugende Maßnahmen (z.B. Jährliche Mitarbeiterschulungen zur Hygiene), welche nicht aktiv am wertschöpfenden Prozess hängen. Und es gibt "zwingende" vorbeugende Maßnahmen (wie z.B. Labortests der Zutaten direkt vor dem Verarbeiten, Überwachen der Temperaturen und Zeiten beim Herstellen der Lebensmittel .... ) die aktiv vor oder während der Wertschöpfung zu tun sind.

Natürlich kann man sich vorstellen das mit all diesen Maßnahmen das Prozesshaus auf eine schöne Größe angewachsen ist, aber dieser Aufwand/Kosten reduziert die Möglichkeit in einen Lebensmittelskandal zu rutschen mehr als erheblich.

Als Firma muss man selbst für sich herausfinden in welchem Maße man seine Prozesse mit Vorbeugemaßnahmen ausstattet.

Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen.

Grüße
Matthias Widmann
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