Hallo
Ich bin verantwortlich für ca. 6Tsd aktive Prüfmittel. Etwa 1500 PM wurden aus den verschiedensten Gründen stillgelegt. Diese PM verden weiterhin in einem Sperrlager verwaltet. Hintergrund ist, dass in Gewährleistungsfällen oder bei Rückverfolgung von Schäden in vielen Fällen auch die PM die in der Serienfertigung oder bei der Erprobung eingesetzt wurden, untersucht werden müssen.
Nach einem Jahr Stillegung werden PM der Fertigung, sofern sie nicht wieder aktiviert werden, verschrottet.
PM aus der Entwicklung oder Gewährleistungsversuchen (Lebensdauer, Sicherheit etc.) werden mit den Versuchsmustern 10 Jahre aufgehoben. (Haftungsrecht) Das war ein Beschluss nach einem Werksaudit.
Alle Prüfmittel sind mit einer Lehrennummer gekennzeichnet und werden in einer Datenbank geführt. Nach einer Kalibrierung bekommt JEDES PM einen Aufkleber mit der nächsten Fälligkeit. Bei Messmitteln, die auch in öliger Umgebung eingesetzt werden können, wird der Aufkleber zusätzlich mit Lack versiegelt.
Messmittel, die in Hausinstallationen, oder Anlagen verbaut sind und nicht zur Dokomentation von Produkt- oder Versuchsdaten verwendet werden, haben einen kleinen ROTEN Aufkleber mit der Aufschrift "Kein Prüfmittel"
Ich denke, das damit die angesprochenen Fragen in der möglichen Kürze beantwortet sind.
Die Probleme sind aber damit nicht beendet, denn es gibt auch noch "integrierte PM" in Anlagen, statische und dynamische Messketten, Prozess steuernde Software, vor Ort Kalibrierungen, dynamische Messprozesse. All dies zählt auch zu den Prüfmitteln und unterliegt der Überwachung.
Dazu kommen Anforderungsspezifische Messprozesse, für die Prüfmittel speziell angepasst oder entwickelt werden müssen. (Abgasmessungen -> Nanopartikel -> Abgaskondensat, Messen der Treibstoffdynamik und Viskosität)
Gott sei Dank, dass Auditoren hier nur an der Oberfläche kratzen können!
Titus Pexter