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THEMA: DIN EN 10204



DIN EN 10204 01 Apr 2011 11:04 #10698

Guten Tag liebe Qualitäter!

Hab schon ein bisschen hier im Forum gewühlt......
unsere Lieferanten stellen auch meist ein Werkszeugnis nach 10204 2.2 aus,
jedoch sind diese da in meinen Augen etwas zu "flexibel", drücken wir`s mal so aus.
Manchmal erscheint hier die chem. Zusammensetzung, manchmal die ISTwerte der mechan. Prüfungen,
aber meist keine Sollvorgaben (wird meist nur auf die Norm verwiesen).Aber eine klare Struktur ist
selten erkennbar.

Nun wäre es ja angebracht, wenn jeder Lieferant eben den ISTwert dem SOLLwert gegenüberstellt (was nur Einer tut)um eben das auf den ersten Blick erkennen zu können, ob und wie was IO ist (wir sind auch multilingual aufgestellt, von daher immer schwierig, wenn ich den Jungs die Normen vorlegen soll).

Ist dies nun zu detailiert, dass der Lieferant sich wehren kann oder haben wir schon ein gewisses Recht darauf? Oder wäre eine Re-qauli in einem externen Labor z.B. once a year mehr sinnvoll? (will die aber sowieso zusätzlich einführen).

Gruss aus einem sonnigen Platzl im Süden
  • Jamsun
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Aw: DIN EN 10204 01 Apr 2011 12:43 #10699

Guten Tag,

Ihre Lieferanten sollten das ausstellen, was der Einkauf bestellt hat.
Grundsätzlich sollte in Ihrer Branche "Stahl" ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 bestellt und geliefert werden.

Die 2.2 Werkszeugnisse beinhalten zu wenig Aussagen über die Messergebnisse der Stahlcharge, die Sie erhalten haben: "Bestätigung der Übereinstimmung mit der Bestellung unter Angabe von Ergebnissen nichtspezifischer Prüfung".
Beim 3.1 Abnahmeprüfzeugnis sind die Messergebnisse der gelieferten Charge anzugeben.

Tipp: vergessen Sie nicht, vom Stahllieferanten das Einhalten der gesetzlichen Forderungen bzgl. radiaktiver Strahlung auf dem 3.1 Abnahmeprüfzeugnis betätigen zu lassen.

Weiterhin ist Ihre Absicht, bei jedem Ihrer Lieferanten mindesten für jede Werkstoffcharge eine Gegenprüfung in einem akkreditiertem Labor durchzuführen, sehr zu empfehlen.
Das verschafft Ihnen Sicherheit und Sie erhalten schnell einen Überblick über die Zuverlässigkeit Ihrer Rohstofflieferanten.



Mit freundlichen Grüßen
Sonntag
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Mit freundlichen Gr
Letzte Änderung: 01 Apr 2011 12:45 von Sonntag.

Aw: DIN EN 10204 04 Apr 2011 10:52 #10706

Hallo
Und wer soll das bezahlen?

Unsere Preise für ein 2.2 liegen bei 150 Eure für ein 3.1 je nach Prüfumfang bei 300 -
> 10.000 Eur.

Aber in einem gebe ich dem Kollgen recht, der Lieferant liefert was man bestellt, auch bei einem 2.2 (was in gewissen Fällen auf alle Fälle reicht!) kann ich bestimmen was ich haben möchte, Chemie, Härte, etc.

Die 10204 sagt nix zum Prüfumfang!! Sie sagt nur was geprüft wird (Chargenbezogen, Teilebezogen oder Vergleichscharge) und wer dies freigibt!! (Deshalb auch unsere Preisschwankungen)

Klar ist bei einem 3.1 muss der Lieferant die Teile Kennzeichnen und die gesamte Produktion trennen, das läßt der sich dann auch bezahlen!!

Oder ihr gehört zu unseren heißgeliebten Kunden 3.1 Zeugnis aber nur Kennzeichnung mit einem Anhänger und dann später reklamieren und die Teile nicht mehr auseinander halten können. Da geht dir als Lieferant das Herz auf.

Das ist eine wirtschaftlich Frage und eine klare festlegung der Notwendigkeiten!!!

Gruß

TamTom
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Qualität ist kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengeten Denkens (John Ruskin)
Letzte Änderung: 04 Apr 2011 10:53 von tamtom.

Aw: DIN EN 10204 05 Apr 2011 11:11 #10716

Hallo Herr Sonntag, tamtom,

danke fuer Ihre Inputs!

Ja es ist verzwickt, bei einigen steht nach 2.2 geschrieben, aber Sie testen wie 3.1. inkl. der Nachweise, aber manche schreiben eben 2.2 und liefern NULL!!!

Sicher ist das hier eine Kostenfrage, aber dies lasse ich nicht als Ausrede gelten, man kann sich ja einigen, Stichprobenmässig sollte das ja zu bewerkstelligen sein. Besser als NIE!

@tamtom: koennten Sie mir das näher erläutern: Die 10204 sagt nix zum Prüfumfang!! Sie sagt nur was geprüft wird (Chargenbezogen, Teilebezogen oder Vergleichscharge) und wer dies freigibt!! (Deshalb auch unsere Preisschwankungen) --> ist ja wie beim Friseur ;0))))
nach Meistershand wirds dann wohl unbezahlbar oder wie?

Kleiner Scherz, aber wie zur Hölle soll ich bei dieser "Variantenvielfalt" (bezogen auf die Inhalte der nach 2.2 zu evaluierenden Punkte) die Produktqualität gewährleisten bzw. nachweisen?

(man etschuldige meine (noch) derzeitige Unkenntnis, Stahl und diese Normen sind noch Neuland für mich, gelobe aber Besserung.

DAnke vorab an "die Lehrer"!
J.
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Aw: DIN EN 10204 05 Apr 2011 12:59 #10717

Hallo,

also so abwegig ist das Beispiel nicht, ohne TÜV ist günstger als mit TÜV.

Also ein Zeugnis kann verschiedene Elemente haben, dabei kann es auch eine Mischung aus 3.1 und 2.2 geben, Elemente können sein:

Chemie
Härte
Dimensionen
PT
MT
UT
RT
da gibt es bestimmt noch mehr.

Jetzt kann ich noch unterscheiden, was ich dokumentiere, so haben wir Forderungen, Röntgen 100 % komplett mit Ergebnis an den Kunden also 3.1, aber die Vermessung der Masse bestätigen wir nur das wir gemessen haben, aber wir schrieben nicht jeden Wert auf also 2.2
Oder bei Kleinteilen kann die Härte nur an wenigen Teilen nachgemessen werden, also 2.2 etc. ein Zeugnis bei uns kann 2 Seiten oder für einen großen Zusammenbau im Nuklearbereich 20 Ordner umfassen.

Wenn du ein 2.2 willst, musst du immer noch sagen ob der Lieferant dir nur die Richtigkeit bestätigen soll, oder eben repräsentative Chemie und Härte mit nennen soll.

Gruß

TamTom
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Qualität ist kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengeten Denkens (John Ruskin)

Aw: DIN EN 10204 05 Sep 2011 22:29 #11751

Hallo,
zur INFO über EN 10204, war selbst Jahrelang damit beschäftigt;
es gilt der Satz; Werkstoffspezifische-Normen!!!
ist schon September könnte späht erscheinen, aber:
-2.2- ist nur ein Zeugnis über Charge, Härte, Abmessung, Kennzeichnung (Unspezifische Prüfungen), sozusagen ein
besserer Lieferschein!

- 3.1- muss Außerdem, die in Werkstoffspezifischen-Normen verlangten Prüfungen am Vormaterial enthalten (Beispiel:
1.7709 nach EN 10269), also nach EN 10269 sind mind 2xZugversuche, 6xKerbbiegeversuche bei RT durchzuführen usw.
Am Fertigteil: Besichtigung, Maßprüfung, Oberflächenfehler, Kenzzeichnungsprüfung sowie Verwechslungsprüfung;
wird vom Abnahmebeauftragten (Unaghängigen von der Produktion ausgestellt, vormals Sachverständigen)!!!

- 3.2- Je nach Werkstoffnormen, wird vom Abnahmebeauftragten des Betreibers ausgestellt (TÜV, GL, DNV, usw. vormals
3.1C), beinhalltet die oben genannten Prüfungen, es gibt je nach Anwendung Variationen!! 3.2 als Vorabnahme,
oder auch als zuzüglich Endabnahmen.
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Aw: DIN EN 10204 07 Sep 2011 12:16 #11766

Hallo,

jo, das mit den Werkstoffspezifischen Normen vergesse ich immer, für unsere netten Speziallegierungen gibt es kaum Normen.

Aber klar Normen wie die EN 10027 oder AD Merkblätter geben die notwendigen Prüfugnen und Nachweise vor.

Gruß

TamTom
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Qualität ist kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengeten Denkens (John Ruskin)

Aw: DIN EN 10204 07 Sep 2011 17:50 #11771

Hallo Wissende,
blöd zwischengefragt: "Wie spielt in euren Zertifikaten eine Ultraschallprüfung von gewalzten Blechen (Stahlwerk) eine Rolle?"
Gruß der neugier Hans
PS. Oder hätte ich die Funktion "Kurzantwort" nehmen sollen?
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Aw: DIN EN 10204 08 Sep 2011 05:38 #11774

Wenn wir ein Blech haben, für einen Zusammenbau bekommen, wir das Ultraschallprotokoll, bzw. unser UT2 Mann war selber vor Ort und hat es abgenommen. Das Protokoll ist dann Teil unserer Dokumentation.


Aber ich denke, ein Ultraschallprotokoll ist nicht unbedingt Standard in einer Bescheinigung.
Aber wir Frauns sagt, je nach dem nach welcher Norm der Kunde bestellt, wobei hier wichtig ist, da wenn in der Norm steht je nach Vereinbarung, muss es eben auch vereinbart sein.
Wir haben in der Regel noch Prüfpläne für solche Fälle, die die Prüfungen spezifizieren.

Beantwortet das deine Frage? Das Wort Blech ist ein ganz fürchterliches!! Ich verbinde damit ein Objekt das max. 5mm Dick ist, aber die Normen sehen das anders.

Gruß

TamTom
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Qualität ist kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengeten Denkens (John Ruskin)

Aw: DIN EN 10204 08 Sep 2011 20:47 #11785

Hallo,

Je nach Vereinbarungen bzw. Entsprächenden-Normen oder Anweisungen wird ein US-Bericht ausgestellt und als Anlage beigefügt.
Wir praktizieren aber auch, dem Eintrag ins Zeugnis: "US-Geprüft nach EN 10228 Qkl.4, 100%, o.B.", (Was auch die Stahlhersteller ins 3.1 Zeugnis vorwiegend eintragen).

MfG
Frauns
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