Hallo,
zu dem Thema Beschaffungsanforderung zu Maschinen oder Fertigungsanlagen und deren Inbetriebnahme gibt es noch eine Vorgabe.
Umschreibung von Run @ Rate:
Die Produktionsteilfreigabeverfahren umfassen die Produktionsprozess- und Produktfreigabe. Zweck der Verfahren ist es, nachzuweisen, dass alle Kundenanforderungen erfüllt sind
und dass das Produkt unter Serienproduktionsbedingungen mit beherrschten und fähigen
Prozessen herstellbar ist.
Zur Serienfreigabe fordern die Kunden oder OEM´s diesen Nachweis in der Regel in Bezug auf Qualität und Quantität (Run @ Rate, 2 Tagesproduktion etc.).
Es wird grundsätzlich zwischen 2 Verfahren zur Produktionsteilfreigabe unterschieden:
- Production Part Approval Process (PPAP)
- Produktionsprozess- und Produkt-Freigabe (PPF-Verfahren) nach VDA Band 2
Produktionsteile sind Kaufteile, Eigenfertigungsteile, Baugruppen und verkaufsfähige Einheiten.
Die Verfahren werden angewandt bei Neuteilen, Änderungen an Produkten und bei Änderungen von Produktionsprozessen incl. Produktionsmaterialien und verfahrenstechnischer
Produkte.
Die Festlegung nach welchem Verfahren eine Bemusterung durchgeführt wird und nach welchem Level, trifft der Kunde.
Die Vorlagestufe bestimmt, welche Dokumente, Aufzeichnungen und ggf. Muster
dem Kunden übermittelt werden müssen oder vor Ort vorgelegt werden können.
Prozessverifizierung (Run @ Rate) zur Serienfreigabe:
Zur Serienfreigabe fordern die Kunden in der Regel einen Nachweis in Bezug auf Qualität und Quantität.
Die Erfüllung der Anforderungen ist durch einen Produktionsversuchslauf (Run @ Rate, Full
Run Test, 2-Tages-Produktion o.ä.). unter den zu erwartenden Serienbedingungen nachzuweisen.
Der Zweck der Durchführung von Run @ Rates ist die Überprüfung und Sicherstellung
- dass mit den eingesetzten Verfahren die Prozessfähigkeiten der Teile oder Komponenten
entsprechend den Qualitätsanforderungen (definierte Q-Merkmale in Zeichnungen und
Spezifikationen) und der Forderungen (PPAP) oder VDA 2 erreicht werden
- die vertraglich festgelegten Stückzahlen in der definierten Zeiteinheit produziert werden können
(Stückzahl/ Schicht, Stückzahl/ AT, sonstige Leistungsangaben)
- die aktuellen Herstellungsprozesse mit dem Produktionslenkungsplan, Arbeits- und Prüfplänen und anderen erforderlichen Dokumenten übereinstimmen.
Bei der Durchführung von Run @ Rates müssen alle serienmäßigen Produktionswerkzeuge und
Anlagen vorhanden und im Einsatz sein. Abweichungen davon sind vorher entsprechend abzustimmen.
Das Erreichen der geplanten Leistung muss nachgewiesen werden unter Einsatz des für die
Serienfertigung geplanten Personals und der erforderlichen Einrichtungen
Bei Run @ Rates werden neben den Produktionsprozessen und Q-Ergebnissen der Produkte und Teile auch die vorliegende Dokumentation, Qualitätsvorgaben und Resultate von
durchgeführten Run @ Rates bei Unterlieferanten und das Handling und die Verpackung der Produkte überprüft.
Anwendung von Run @ Rate:
Die Durchführung von Run @ Rate ist nach interner Festlegung oder gem. Kundenabsprache und bei Kaufteilen mit den Lieferanten abzustimmen
Run @ Rates können aus folgenden Anlässen erforderlich sein:
- Herstellung neuer Produkte oder Teile
- Einsatz neuer Prozesse
- Einsatz neuer Materialien
- Prozesse mit hohem Fertigungsrisiko
- Produktion von sicherheitsrelevanten Teilen
Voraussetzungen zur Durchführung:
Vor der Durchführung von Run @ Rate sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Die Produkt-Entwicklung ist abgeschlossen. Das Produkt erfüllt die Spezifikations- anforderungen.
- Die Bemusterung (PPAP, VDA2) ist erfolgreich abgeschlossen (keine vorläufige Abnahme).
- Die Produktion befindet sich in der Anlaufphase.
Der Termin muss rechtzeitig mit dem Kunden (bzw. Lieferanten bei Kaufteilen) abgestimmt werden.
Dabei ist der Umfang (Stückzahlen, prozessabsichernde Losgrößen etc) und der Ablauf des Verfahrens festzulegen.
Hoffe mit diesen Informationen ein wenig geholfen zu haben.
Gruß
Cooper