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THEMA: EMPB oder nicht?



EMPB oder nicht? 29 Jul 2010 12:01 #8527

Hallo liebe Mit-Qualitäter,

ich muss mich mal wieder an Euch wenden um etwas Licht in eine Sache zu bringen. Also wie Ihr vielleicht wisst - oder nicht- arbeite ich als QMB/Auditor bei einem Plast-/Elastomerverarbeiter. Nun wurde uns beim letzten TS 16949 Audit die Frage gestellt, ob wir denn das EMPB Verfahren nach VDA 2 auch auf unsere Lieferanten anwenden würden.

Ich bin der Meinung, dass dies eigentlich nicht nötig sein dürfte. Denn im Prinzip kaufen wir hauptsächlich Mischungssysteme und Kunststoffgranulate "von der Stange". Bei denen, die wir zusammen mit Kunden/ Lieferanten selber entwickeln (kommt alle Jubeljahre mal vor) sehe ich es ja ein. Nach meiner Meinung sollte ein Materialdatenblatt zur Verifizierung des Produktes ausreichen. Zudem bekomme ich ja mit diesem Blatt auch die Eigenschaften zugesichert, die ich dann bei jedem Wareneingang erneut mit den beiliegenden Prüfdokumenten (Materialprüfzeugnisse des Labors des Lieferanten zB) abgleichen kann.

Was sagt ihr dazu? Kann ich das, sollte die Frage nochmal kommen so argumentieren? Oder müsste ich jetzt tatsächlich auf JEDES Material, das wir neu reinbekommen ein EMPB Verfahren ins Rollen bringen?

LG David

PS: Es sei noch erwähnt, dass wir Kundenseitig keine Forderungen in dieser Richtung haben!
  • xdave78
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Aw: EMPB oder nicht? 29 Jul 2010 14:15 #8530

Guten Tag David,

Ich bin der gleichen Meinung, weil:
dein Lieferant sogar nicht TS-zertifiziert sein muss (aber iso9001 schon).
dein Lieferant bestimmte Spezifikationen hat (=Materialdatenblatt), an die er sich hält (nehm' ich an)
dein Lieferant mit jeder Lieferung die aktuellen Werte schickt , welche bei Dir verifiziert werden.
deine Kunden so was nicht brauchen/verlangen.

was aber empfehlenswert wäre, sind eine periodische Lieferantenbeurteilung und evtl. eine einfahce Qualitätsvereinbarung, die Du dem Auditor zeigen kannst.
gruss, hb
  • ist53
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Aw: EMPB oder nicht? 29 Jul 2010 15:08 #8533

Guten Tag,

leider sehe ich es nicht so wie mein Vorredner.
Basierend auf dem Ereignis, dass ein großer deutscher Tier 1 vor einigen Jahren wohl einen 3-stelligen Millionenbetrag an zwei deutschen OEM zahlen musste, weil sich in seinem Produkt eine Kunststoffbeschichtung im Feld löste (Ursache soll eine Granulatanlieferung mit einem veränderten Komponentenanteil gewesen sein, der angeblich nicht eindeutig spezifiziert war), empfehle ich folgendes:

Für jede Rezeptur wird einmalig vom Granulathersteller eine VDA Band 2 Bemusterung durchgführt.
Es könnte ggf. auch eine Deckblattbemusterung mit 3.1 Abnahmeprüfzeugnis sein.
Wichtig sollte Ihnen das unterschriebene Deckblatt sein, welches auf mitgeltende VDA Regularien verweist.
Die Ergebnisse Ihrer Gegenprüfung sollten Sie archivieren (15 Jahre seit der letzten Auslieferung an Ihren Kunden).
Für jede neue Werkstoffchargenlieferung lassen Sie sich auch ein 3.1 Abnahmeprüfzeugnis mitliefern; ein Datenblatt ist nur eine Art Handlerbestätigung. Es würden Ihnen die Zuordnung spezifischer Ergebnisse zur angelieferten Werkstoffcharge fehlen.

Auch könnten Sie je nach Risiko Kontakt mit Ihrer Versicherung oder Ihrem Versicherungsmakler von der Haftpflicht- und Rückrufversicherung aufnehmen. Die Versicherungen beraten Sie schon aus Eigeninteresse meist gerne (und kostenfrei).

Mit freundlichen Grüßen
aus dem Nahetal
Sonntag
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Mit freundlichen Gr
Letzte Änderung: 29 Jul 2010 15:15 von Sonntag.

Aw: EMPB oder nicht? 29 Jul 2010 19:35 #8534

Sind die sogenannten "Deckblattbemusterungen" laut VDA eigentlich zulässig?
Welche Vorlagestufe wäre das?


Also ich denke aber auch, dass ein Datenblatt ein bisschen schwach ist, hier sollte zumindest ein entsprechendes
3.1 Zeugnis den Lieferungen bei liegen.

Es sei denn Ihr auditiert diese Lieferanten regelmäßig und könnt deren Prüfprozesse klar nachhalten
bzw. nachvollziehen.

Desweiteren wäre für mich eine Verifizierung nur anhand deren Datenblätter pder auch 3.1. Zeugnisse
zu wenig. Ich würde auch im Zuge der WE-Kontrolle stichprobenartige Materialanalysen durchführen,
diese noch am Besten von einem externen akkreditierten Prüflabor.
  • AmonRa
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Aw: EMPB oder nicht? 30 Jul 2010 05:15 #8537

Nun ist es letztendlich aber auch eine Frage der "Machbarkeit".

Wir sind Verarbeiter. Soll heissen, wir haben nur begrenzte Möglichkeiten im Hause gewisse Materialeigenschaften gegenzuprüfen. Eine Variante wäre natürlich einen Dritten mit ins Boot zu nehmen - nämlich ein externen Prüflabor für Materialien dieser Art.

Dennoch frage ich mich, wenn zB jmd ein sagen wier mal Metallverarbeiter ist und Bleche kauft zB für Frontabdeckungen. Macht der einen EMPB nach VDA 2 wenn er seine Coils erstmalig bestellen will? Ich kanns mir nicht vorstellen, aber es kann natürlich sein.

Derzeit ist es so, dass unser Kunde dazu keinerlei Forderungen abgegeben hat. Zudem wurde mir bei einem Telefonat mit deren Ebntwicklung/ QM sinngemäss gesagt "Materialspezifikationen sind uns egal, für uns sind nur die Eigenschaften wichtig die wir in unseren Forderungen haben". Das sind im wesentlichen Härte, DVR und Maße. Von Dichte, Viskosität und Rußanteilen wollen die eigentzlich nichts hören.
  • xdave78
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Aw: EMPB oder nicht? 30 Jul 2010 05:26 #8538

xdave78 schrieb:
"Materialspezifikationen sind uns egal, für uns sind nur die Eigenschaften wichtig die wir in unseren Forderungen haben". Das sind im wesentlichen Härte, DVR und Maße. Von Dichte, Viskosität und Rußanteilen wollen die eigentzlich nichts hören.


Hallo,
das ist denen solange egal bis es im Einsatz zum Problem kommt. Auch wenn die oben genannten mech. Eigenschaften i.O. sind können durch Änderungen am Ruß, Polymere oder Ähnlichem sehr wohl andere Eigenschaften des Bauteils, z.B. Quellwerte oder Reißfestigkeiten sich ändern. Schon zum Eigenschutz würde ich zumindest ein 3.1 Zeugniss verlangen. Bei erstmaliger Bestellung von einem neuen Rohstoff ist auch eine Bemusterung sinnvoll.

Gruß
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Aw: EMPB oder nicht? 30 Jul 2010 05:27 #8539

Ist genau so, wenn ich als Schraubenfertiger von meinem Materielzulieferer einen EMPB verlangen würde,
ergibt in meinen Augen wenig Sinn!

Da lasse ich die Materialeingänge doch lieber gegenprüfen!

Weiter sollte ich die internen Abläufe des Materialzulieferes kennen, werden z.B. FMEA´s durchgeführt -
wird in klaren Prozessen gearbeitet. Dies einfach in einem Lieferantenaudit abklopfen...

Aber nochmals, für mich wäre es zu schwach die Werkstoffe nur anhand von Papier/Datenblätter zu verifizieren...
Papier ist geduldig

Es könnte bei späteren Rekl. schwierig werden, die Kosten weiterzugeben.
  • AmonRa
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Aw: EMPB oder nicht? 30 Jul 2010 07:23 #8540

Hi Dave,
nun versuch ichs halt auch mal.

Genau wie bei den Lieferanten die Stahlcoils liefern, genügt natürlich ein Materialzeugnis von euren Granulatlieferanten. Dort werden die Chargen in den Labors gecheckt genau wie bei den Stahlherstellern. Diese Selbstzeugnisse solltest allerdings aufbewahren damit Du diese Deinen Chargen zuordnen kannst, wenn doch mal was schief läuft.

Für Dich wichtig sind natürlich Deine Produktionsprozesse, die Du zu dokumentieren hast. Damit meine ich, dass Du natürlich nachweisen musst, dass Deine Zylinder die richtige Temperatur beim Fertigungsvorgang hatten. Das, denke ich, machst aber sowieso.

Für die anderen Kollegen hier: In solchen Fällen ist Papier überhaupt nicht geduldig, denn der Granulathersteller ist mit der geringsten Wertschöpfung am Ende der Depp und zahlt die Forderungen der OEM´s. Allerdings sind die Granulathersteller nicht gerade mal kleine Firmen.

Dann solltet ihr mal versuchen die "Materialeingänge" zu verbildlichen: Hier kommt ein 40 Tonner Silo LKW und pumpt das Granulat in einen 20 Meter hohen Zylinder von dem dann die Spritzgußmaschinen direkt gefüttert werden.
Oder es kommen in paar LKW mit zig Paletten Materialsäcke. Hier müsstest dann jeden Sack aufschneiden und Material entnehmen. Das ist leider nicht zuläßig, weil hier die Verschmutzungsmöglichkeit zu hoch ist. .....

Grüßle
Peter
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Aw: EMPB oder nicht? 30 Jul 2010 09:46 #8544

guten tag,
bin immer noch der gleichen meinung...
kein empb, vorausgesetzt aktuelle prüfergebnisse stehen zur verfügung und werden kontrolliert; vorausgesetzt eine vereinbarung mit dem lieferanten besteht.
gruss, hb
  • ist53
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Aw: EMPB oder nicht? 30 Jul 2010 21:06 #8552

pefiULM schrieb:

Für die anderen Kollegen hier: In solchen Fällen ist Papier überhaupt nicht geduldig, denn der Granulathersteller ist mit der geringsten Wertschöpfung am Ende der Depp und zahlt die Forderungen der OEM´s. Allerdings sind die Granulathersteller nicht gerade mal kleine Firmen.

Dann solltet ihr mal versuchen die "Materialeingänge" zu verbildlichen: Hier kommt ein 40 Tonner Silo LKW und pumpt das Granulat in einen 20 Meter hohen Zylinder von dem dann die Spritzgußmaschinen direkt gefüttert werden.
Oder es kommen in paar LKW mit zig Paletten Materialsäcke. Hier müsstest dann jeden Sack aufschneiden und Material entnehmen. Das ist leider nicht zuläßig, weil hier die Verschmutzungsmöglichkeit zu hoch ist. .....


Von den Spritzgussunternehmen mit denen ich bis dato zutun hatte weiß ich, dass hier die Wareneingänge im Labor
untersucht werden. Man muss für eine stichprobenartigen WE-Kontrolle doch nicht jeden Sack öffnen...dieser Aufwand wäre wohl für viele Unternehmen zu groß!
  • AmonRa
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Letzte Änderung: 30 Jul 2010 21:07 von AmonRa.
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