Hallo TamTom,
es ist immer sehr schwierig, wenn nicht sogar fast unmöglich, etwas durchzusetzen, was die Leute nicht verstehen und wo sie keinen Vorteil sehen. Daher sind Einführungen von Systemem auch immer kritisch.
Ich würde folgende Reihenfolge wählen:
1. Erklärung und Motivation
Hier wird den Mitarbeitern erklärt, was wir wollen. Es wird auch erklärt, was die Vorteile sind und was für die Mitarbeiter als persönliche Vorteile herauskommen kann, vorausgesetzt, sie investieren in die Ideen, die wir vorstellen. Es muss auch eine positive Motivation aufgebaut werden (z.B. unsere Qualität wird besser, weil wir jetzt strukturierter arbeiten, Einarbeitungen werden einfacher, weil wir alles beschrieben haben, usw.)
2. Vorstellen eines Modells (Prozessmodell), welches aber nur die Grundzüge darstellt, also noch nicht gefüllt ist.
3. Füllen des Modells durch die Beteiligten; z.B. soll der AV-Mann in Italien seinen Prozess beschreiben. Er hat dann auch Gelegenheit, den Prozess in seinem Sinn und nach seinem Gefühl zu modellieren.
4. Check gegen die Norm und Korrektur. Dabei muss den Leuten klargemacht werden, warum welche Korrekturen durchgeführt werden müssen. Am besten ist, wenn die Leute die Art der Korrektur selbst bestimmen. Hier ist es wichtig, dass man selbst nicht in irgendein Verfahren zu sehr verliebt ist (man kennt es von früher, man hat es immer so gemacht, es was auch gut so). Andere haben vielleicht Ideen, die auch normkonform sind, aber ganz anders aussehen.
5. Festnageln der Leute auf die jetzt von ihnen definierten Prozesse. Jetzt geht es um Disziplin; keiner darf ausbüchsen.
Zusammengefasst:
Verständnis und aktive Mitarbeit sind die Schlüssel.
Übrigens: Leider gibt es 5% Störer, die all diese Dinge ignorieren und einfach nur ein Neinsager sind. Da muss man Gewalt anwenden, d.h. Geschäftsführung einschalten und um Hilfe bitten.
Karl Stanger