Hallo Marcel,
schau der Peter ist zwar manchmal ein bisserl kurz angebunden aber im O-Ton hat er nicht ganz unrecht.
Sicherlich können wir Dir hier Unmengen an Tipps zu diesem Thema geben, aber glaub uns, du kannst nicht mal eben nebenher eine Reklamationsabteilung aus dem Boden stampfen.
Die meisten hier im Forum haben jahre- bzw. jahrzehntelange Berufserfahrung unter anderem im Qualitätsmanagement hinter sich und dieses Unterfangen ist ansich fast zum scheitern verurteilt.
Aber du willst es ja unbedingt wissen - einer meiner Vorredner hat hier schon mal angefangen
Ein Einzelhandelsunternehmen in diesem Segment sollte schon im heutigen Markt über eine Mindeszertifizierung verfügen.
1. Geh auf Deinen Vorgesetzten zu und frage ihn nach der Zertifizierung, sowie nach einem möglichen Qualitätsleiter
2. Reklamationsmanagement hat immer was mit Qualität zu tun, bzw. Abweichungen zu dieser Qualität, also frage nach konkret messbaren Qualitätszielen mit welcher sich auch die Abteilung Reklamationsmanagement identifizieren kann ( Qualitätskosten, erhöjte Frachtkosten wg. Reklamationen, interne und externe Anzahl der Reklamationen, usw.)
3. Am wichtigsten hierzu ist ein Brainstorming mit Deinem künftigen Kollegen und deinem Vorgesetzten zu diesem Thema mit folgenden Mindestinhalten: Qualitätsziele des Unternehmens, Ist-Analyse: bisherige Reklamationsquote, bisherige Durchführung des Reklamationsmanagements, Kompetenzen des Reklamationsmanagements, Bekanntheitsgrad der Bauteilespezifikationen, etc.
Danach bastelt Ihr im Team einen groben Ablauf der Abteilung (Prozessfluss)
also beispielsweise:
Ware kommt vom Zulieferanten an, wird gem. Spezifiaktionen überprüft, Ware nach Prüfung i.O.(100% Kontrolle, skiplot, Stichproben, AQL, etc.) => einlagern, bzw. zur Weiterverwendung frei
Ware bedingt in Ordnung ( entspricht nicht der Spezifiaktion kann aber unter Vorbehalt weiterverarbeitet werden (z.B. Nicht-Sichtteil, etc.), Hinweisreklamtion an Hersteller, Info an Einkauf und an die weiterverarbeitende Abteilung
Ware nach Prüfung nicht in Ordnung => Ablehung, Rücklieferung an den Hersteller, Prüfbericht,an den Hersteller mit ggf. angefallenen Kosten, Info an Dispo wg. Neubestellung, Sonderfahrt, Ersatzlieferung, Info an Einkauf, etc.
Ware wird vom Kunden zurückgeliefert => Entscheidung nach Analyse ob Reklamationsanspruch gerechtfertigt ist oder nicht.
Wenn ja, Kunden ggf. mit Entschuldigungsschreiben umgehend Neuware zusichern (Info an Dispo wg. Auslieferung, Info an Verursacher ( Logistik, Produktion, etc.) wg. Schulungsbedarf mit Nachweis der Wirksamkeit, usw.
Wenn nein, Info an Vertrieb, ob ggf. Kulanz gewährt wird, danach entsprechend zeitnah Info an Kunde
usw.uswusw.
Du siehst, das ist ein endloses komplexes Thema, was nicht eben mal schnell in einem Forum an einem Samstagnachmiitag zwischen Bier und Chips implementiert werden kann !!!
Achtung :
EGAL ob ihr ein Qualitätsmanagmentsystem habt oder nicht: Bitte den Ablauf unbedingt schriftlich fixieren und von allen Beteiligten und Vorgesetzten Kenntnis nehmen lassen (Schulung) sowie schriftliche Freigabe des Prozesses durch den Fachvorgesetzten. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Arbeitsablauf nicht individuell interpretierbar ist und von allen Beteiligten auch genau so eingehalten wird.
So mein Bester, nun macht Euch mal Gedanken und präsentiert ggf. mal Euren Entwurf im Forum, dann können wir gerne weiterführende Tipps geben
Grüße aus Timisoara (RO)
Rainer