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Risiko-Einschätzung / Riskassessement
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THEMA: Risiko-Einschätzung / Riskassessement



Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 08:21 #6428

Hallo Kollegen,

da ich mich zum wiederholtem Male wegen dem Thema "Riskassessment" aufregen muss , frage ich jetzt einfach mal, was die "Welt" unter Risk-Assessment versteht.

Ein Beispiel :

Bezug: Ausfall meherer Bauteile eines gewissen Types mit einem bestimmten Fehler im Feld und in der Produktion.
Forderung vom Kd.: Bitte lassen Sie durch den Lieferanten ein Risk-Assessment erstellen.
Lieferant ist namhaft und weiß was er tut...
Was macht Lieferant ? er nimmt 2 Zahlen: 1. Liefermenge 2. Ausfallmenge und errechnet eine ppm-Zahl.

Punkt.

Das ist für mich eine Risiko-Einschätzung. Das Risiko eines weiteren Ausfalles liegt bei xxx ppm.

So verstehe ich diesen Begriff.

Was meint Ihr ?? Wie sollte so eine Einschätzung denn sonst aussehen ?

Ich glaube es ist ein großes Problem unserer Zeit, dass man sich mit solchen "Forderungen" in irgendeiner Art und Weise "profilieren" will... man muss schon wissen was einem soetwas bringt bzw. was man zu erwarten hat.
Eine Risikoeinschätzung kann doch nie einen "Blick in die Glaskugel" darstellen !

Ach ja :

-Automobilbrange
- ppm Wert liegt bei < 1ppm
- Abstellmaßnahme ist schon seit einiger Zeit definiert
- Bis zur endgültigen Einführung bzw. greifen der Maßnahme hat es etwas Zeit gebraucht, da soviel Umlaufbestand da war.
Das Teil ist relativ wertig. d.h. wir konnten den Umlaufbestand nicht einfach "schrotten"

Was meint Ihr zu diesem Thema ? Habt Ihr Erfahrung in dieser Richtung bzw. mit den entstehenden Problemen ?
Was kann einen vor soetwas behüten ? ppm-Vereinbarungen ?

Danke schon mal für eure Antworten !
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Viele Grüße
EDA

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 09:04 #6429

Hallo Matthias,
warum regst Du Dich dabei eigentlich schon wieder auf? (so wie Du schreibst) ...die Welt ist nunmal nicht perfekt - zum Glück, sonst hätten wir nichts zu tun...

Schade dass Du nichts Entscheidendes sagen darfst... aber mehr Fakten sind wirklich erforderlich für eine angemessene Antwort... daher also nun so:

"...die Welt..." kennt Risk-Management wahrscheinlich nicht wirklich. Falls Du also branchenspezifische Informationen brauchst, schau auf Deinen Kunden und wie dieser aufgestellt ist!

Beispiel: Eine "Ich-AG" die Regenrinnen reinigt wird möglicherweise beim Risk-Management herausfinden, dass er selbst von der Leiter fallen, die Hauswand des Kundenobjekts verschmutzen könnte oder den AUftraggber mit der kippenden Leiter erschlagen könnte...

Wenn ich elektronische Schaltungen liefere ist es ein Unterschied, ob diese nach gewissen Vorgaben das Innenlicht sanft dimmt, die belastungsabhängige Leuchtweitenregelung der Xenonscheinwerfer regelt oder das ABS- oder Airbag-System ansteuert ...

Auch hier wieder gilt:
- was sind die kundenspezifischen Anforderungen an Produkt und Service/Dienstleistung an euch?
- was ist vereinbart?
- was sagt die FMEA des Kunden?
- was sagt eure FMEA?
- wie sind die ersten 4 Punkte an euren Lieferanten weiter herunter gebrochen?
- warum hat man eigentlich den Vorlieferanten als qualifizierten Lieferanten eingestuft? (lästerlich gefragt, sorry)

Falls es sich um euren Vorlieferanten dreht, solltest Du genau die gleichen Eckdaten abprüfen (warum sollte auch für den etwas anderes gelten?).

Deine Aussage
(Zitat " Was macht Lieferant ? er nimmt 2 Zahlen: 1. Liefermenge 2. Ausfallmenge und errechnet eine ppm-Zahl.")
>>> das ist eine ppm-Berechnung! Sie ist eine mögliche Eingabegröße u.a. in eine Risikoabschätzung, kann aber auch nur zur Selbstbewertung/Selbstbeweihräucherung (nicht-zutreffendes bitte streichen) benutzt werden...

...von welcher Abstellmassnahme sprichst Du hier
(Zitat "- Abstellmaßnahme ist schon seit einiger Zeit definiert ")
>>> gab es etwa schonmal diese Reklamation?????

Wenn ich das hier lese
(Zitat "- Bis zur endgültigen Einführung bzw. greifen der Maßnahme hat es etwas Zeit gebraucht, da soviel Umlaufbestand da war. Das Teil ist relativ wertig. d.h. wir konnten den Umlaufbestand nicht einfach "schrotten")
>>> frage ich mich allerdings was das Ganze soll - existiert ein Risiko für den Folgekunden oder Endanwender oder geht es um Kosten....
Was kostet eigentlich ein Menschenleben??? (lästerlich gefragt, sorry)

Ich gehe nicht davon aus, dass Du hier im Forum mehr Fakten schreiben kannst, so muss Du selber die richtigen Schlüsse ziehen, sorry. (Wenn Du magst & darfst: PM!)

Viel Erfolg
Andreas
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Letzte Änderung: 14 Jan 2010 09:37 von Bärliner.

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 09:26 #6430

Hallo,

habt ihr oder der Lieferant den Prozess nicht beschrieben ?

Meiner Meinung nach besteht der Prozess aus 5 Phasen:
1. Risikoanalyse
2. Risikobewertung
3. Risikominimierung
4. Risikokontrolle
5. Risikoverfolgung

Vor der Analyse sollte man die grafische Darstellung bestimmen. Dazu gibt es jedemenge Normen und beispiele ( u.a.EN60601 uvm. )

Was meinst du mit Risiko-Einschätzung, die Risikobewertung ?

Ich habe leider nicht ganz erkannst was du jetzt möchtest, ich verstehe dies so, das du einen Prozess suchst, oder?

Gruß
Wolfgang
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VIele Grüße

Wolfgang

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 09:28 #6431

Hallo Andreas,

hatte deinen Beitrag leider erst gelesen als ich fertig war. Guter Beitrag

Gruß
Wolfgang
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Wolfgang

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 09:42 #6432

....das ist mir auch schon häufiger passiert bei Dir!
Wenn wir uns vorher besprechen würden, wären meine Beiträge auch nicht so "flapsig" formuliert! Das entsteht immer, wenn ich mich an selbst gemachte Erfahrungen zum formulierten Thema zurück erinnere...

Deine Beiträge klingen immer so wohlformuliert! (für "neidisch" gibt's hier kein smily...)

Viele Grüße
Andreas
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Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 10:05 #6434

Hallo Wolfgang,

ich glaube die EN60601 bezieht sich auf Medizintechnik...

Es geht hier nicht um die "klassische" Risiko einschätzung im Sinne von Risikomanagement oder Risikoanalyse für ein
Unternehmen (sowas ist beschrieben)

Es geht um die Risikoeinschätzung bei einer Reklamation.

Sagen wir mal :

die lieferst 100 Teile
2 davon fallen mit einem bestimmten (immer dem gleichen) Fehler aus, auch die Ursache ist die gleiche. (Feld)

Das Teil das du lieferst ist NICHT Sicherheitsrelevant.

Der Kunde will nun wissen wieviele dieser 100 Teile genau ausfallen werden ? d.h. wie hoch das Risiko für weitere Feldausfälle ist

Die Rechnung die nun angelegt werden kann ist folgende : Summe der Fehlerteile / Liefermenge : 20.000 ppm

Das ist mein Risiko ! Ich habe mit einer Ausfallhäufigkeit von 20.000 ppm zu rechnen oder ?

Aber was passiert nun wenn von diesen 100 Stück nochmal eines ausfällt ?? dann bekommt man logischerweise 30.000ppm.. usw.

Also kann man nicht sagen wie hoch das "Risiko" von weiteren Ausfällen ist , ausser man schätzt ! Aber erfahrungsgemäß "schätzt" in der Automobilindustrie niemand.
Und genau das ist immer die Diskussion... Bitte zerre mit jemanden an den Haaren herbei der eine funktionstüchtige Glaskugel besitzt... er soll schnell in die Zukunft blicken und gefälligst sagen wieviele noch ausfallen werden....
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Viele Grüße
EDA

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 10:22 #6436

Hallo EDA,

O.K. habe verstanden.
Davon ausgehend das ihr/Lieferant den Fehler nachweißlich behoben habt. Kannst du doch eine Wahrscheinlichkeitsberechnung durchführen oder lassen. Habt ihr einen Green Belt oder Black Belt im Hause ?
Da bin ich jetzt nicht der Spezialist für Statistiken ich weiß aber das es da standartisierte und annerkannte Verfahren gibt. Wie gesagt der Green oder Black Belts müßten dies wissen.

Gruß
Wolfgang
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VIele Grüße

Wolfgang

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 10:26 #6438

Matthias, wieso suchst Du eine Glaskugel?

1. Mach eine Fehleranalyse - aus dieser sollte die root-cause hervorgehen.
2. Auditiere die Begleitumstände der root-cause - dann solltest Du Fakten haben die Dich in die Lage versetzen Zeiträume & Losgrößen zu wissen
3. Nimm ZDF aus (2.) und rechne zurück bis zum Zeitpunkt an dem Erkenntnis aus (1.) nachweisbar (noch) nicht gegeben war - dann hast Du die mögliche fehlerhafte Menge bis zum aktuellen Datum der Rechnung

Die Glaskugel sagt:
wenn Du keine nachweislich wirksamen Abstellmaßnahmen einführst, wird sich wahrscheinlich keine errechenbare Verbesserung einstellen.
Daraus folgt:
- addiere die aktuellen Lieferzahlen und
- hole regelmäßig die Anzahl der ausgefallenen Teile und
- verrechne diese, dann hast Du recht genaue Ausfallwahrscheinlichkeiten (wenn Du aktuelle Reklamationszahlen bekommst)

... worum geht's hier eigentlich: versuchen wir jetzt irgendwas "auf Teufel komm 'raus" schön zu rechnen?
Oder wird jemand gesucht der den "Mut" hat die Fakten auf den Tisch zu legen? Oder wird versucht einen Namen zu finden den man köpfen kann, weil man hofft dadurch Prozessprobleme abzustellen?

Sei tapfer!
Andreas
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Letzte Änderung: 14 Jan 2010 10:33 von Bärliner.

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 11:04 #6443

Hallo nochmal,

also meinst du eine Statistische Absicherung mit einem Vertrauensbereich von 95% ? z.B. über Minitab ?

z.B. 1.00.000 Teile produziert 2 defekt

Reale ppm-Rate : 2ppm

Unter Einbezug des o.g. Vertrauensbereies spuckt MiniTab dann folgendes aus.

Mit einer Warscheinlichkeit von 95% ist bei der o.g. Menge eine Ausfallquote von 0 - 7ppm zu erwarten.

Sowas ist dann schon mal was...


Danke für die Tips !!

(neben mir sitzt ein Master-Blackbelt ^^ )
Man muss hald nur fragen
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Viele Grüße
EDA

Aw: Risiko-Einschätzung / Riskassessement 14 Jan 2010 11:07 #6444

Hallo,
genau das meinte ich.... .

Minitab, visual x-sel o.ä.

Gruß
Wolfgang
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Wolfgang
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