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KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-Arm weg-
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THEMA: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-Arm weg-



KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 03 Nov 2009 07:50 #5651

Hallo Experten,
hier in Ulm gab es vor ein paar Tagen einen Vorfall, der mir in meinem Leben noch nicht untergekommen ist.

Beschreibung nach meiner Kenntnis: (www.swp.de)
Mutter bringt Kinder (11,4 Jungs) ins Bett und geht selbst schlafen. Währenddessen stehen die zwei Jungs auf und machen sich in der Küche zu schaffen. Dort steht eine Waschmaschine bei der das Bullauge defekt ist und aus diesem Grund abmontiert wurde, also offen.

Die Jungs haben nichts besseres zu tun als irgendwie die Maschine zum laufen zu bekommen, der Kleine verliert bei dieser Aktion einen großteil seines linken Arms. Großer Bruder steckt Arm in die Friere, packt den Kleinen ins Bett. Mutter entdeckt das nach dem Aufwachen und bringt den überlebenden Kleinen in die Klinik. Er lebt noch und ist ausser Lebensgefahr.

Mich interessiert hier nicht die Rolle der Mutter und der Kinder und ich möchte das auch hier nicht zur Diskussion stellen, sondern was müssen wir bei unserer Arbeit in Zukunft alles einfallen lassen um eine ordentliche FMEA durchzuführen.

Was könnte das für eine Welle gemäß Produkthaftungsgesetz für den Hersteller der Waschmaschine auslösen. Welche Haftung hat eurer Meinung nach letztendlich der Konstrukteur?

Bitte nicht die Diskussion über unsachgemäßen oder missbräuchlichen Gebrauch.

So jetzt Gruß
Peter
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Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 03 Nov 2009 09:13 #5652

um eine Ordentliche FMEA durch zu führen ist wichtig das man die FMEA auch als Tool sieht um etwas zu endecken und zu vermeiden und nicht wie in den meisten Fällen "(man muss ja eine FMEA haben)"

Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 03 Nov 2009 10:38 #5653

Hallo Peter,

letzlich ist ein ordnungsgemäss durchgeführtes Qualitätsmanagementsystem nichts anderes als eine Absicherung gegen den wie von Dir beschriebenen Haftungsfall.

Sofern der Hersteller nachweisen kann, dass er nachweislich alles in seiner Macht stehende getan und auch dokumentiert hat, um alle möglichen Risiken hinsichtlich der Verwendung seines Produktes auszuschliessen, ist er rein juristisch auf der sicheren Seite.

Eine ordnungsgemäß durchgeführte D- und P - FMEA mit durchgeführten Massnahmen zur Produkt-/ Prozessverbesserung, eine nachweisliche Historie, Benennung des Teams, usw. als potentielle Risikoanalyse ist ein Baustein eines funktionierenden QM - Systems.

Bei der Betrachtung der Produktrisiken sollte ein Hersteller wirklich nur sein geliefertes Endprodukt betrachten und nicht das komplett fertige Produkt. Beispiel : Undichtigkeit der Benzinschläuche führt zur Permiation in die Umwelt.

Nicht zu betrachten ist, dass ein solches Auslaufmodell bei Funkenbildung eine Stichflamme produzieren könnte, welche dann den Fahrer blendet, welcher dann in den Gegenverkehr rast und dabei einen Tanklaster mit giftigen Chemikalien .....

Verstehts Du auf was ich hinaus will ?

Andererseits ist kein Hersteller der Welt in der Lage seine Produkte vor vorsätzlichem Missbrauch ( wie von Dir beschrieben ) zu schützen. Deswegen steht ja auch in der Bediensungsanleitung ....nur von fachkundigem Personal zu öffnen.... oder ....vor Kindern schützen.... oder ....erst bei vollständigem Stillstand der Maschine XYZ öffnen.... usw.

Das sind dann Absicherungserklärungen der Hersteller, welche juristisch und auch versicherungstechnisch Bestand haben.

Sorgen würde es mir nur bereiten, wenn ein Produkthersteller, keine der o.g. Vorgänge durchführen würde und am Ende noch ein sicherheitsrelevantes Bauteil produziert.

Hoffe, Deiner Besorgnis zu möglichen Haftungsfällen etwas entgegen gewirkt zu haben

Freundliche Grüße
Rainer Zipperer
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Letzte Änderung: 03 Nov 2009 10:41 von RZipperer.

Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 03 Nov 2009 22:43 #5663

@all,
auf die bisherigen Stellungnahmen wollte ich eigentlich nicht wirklich hinaus.

Kurze Begründung:
Ich habe in meinem dreiviertel beruflichem Leben in der Entwicklung und Konstruktion verbracht und dort viele Jahre lang auch Haushaltsgeräte entwickelt.

Ihr glaubt gar nicht wie sich dort die Grundsätze verändert haben!

Heute gibt es in Bedienungsanweisungen Bemerkungen, dass man keine Katze in einer Mikrowelle trocknen darf..........

Ich will nicht auf weitere FMEA Einlässe eingehen.

Hier dreht es sich definitiv um eine neue Herausforderung, die ich hier in diesem Gremium als für uns wichtig veröffentlichen will.

Ich persönlich denke, dass wir uns egal wer was macht sich nicht vor Verantwortung drücken darf. Wir haben die Aufgabe die Risiken vorherzusehen und am besten die Folgen für solch unglaublichen Folgen für ein menschliches Leben zu verhindern.

Guats Nächtle
Peter
mir isch grad net nach schloafa
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Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 04 Nov 2009 05:36 #5666

da muss ich Dir schon Recht geben es ist erschreckend wenn man sowas in eine Bedienungsanleitung schreiben muss. Ist ja wie in den USA! Ich meine man sollte die Menschen nicht noch mehr verdummen eher mehr schulen. Sonst gibt es demnächst noch Steckdosen mit der Aufschrift "Vorsicht Elektrizität" Klar sollte man bei der Entwicklung gleich an die Risiken denken und auch sehen ob man sie nicht vermeiden kann.

Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 04 Nov 2009 09:29 #5672

Hallo Jörg,

da hast Du theoretisch natürlich völlig recht. Aufklärung ist alles.

Ich möchte nur zu bedenken geben, dass es sehr viele Menschen mit einem weitaus geringeren Intellekt als den unseren gibt, teilweise auch ohne Schulbildung oder im schlimmstenfall Analphabeten oder sogar geistig Behinderte ( das soll jetzt bitte nicht abwertend aussehen - es dient nur der Veranschaulichung für dieses Thema )

Trotzdem ist es jeder der o.g. Personengruppen jederzeit möglich beispielsweise ein Elektrogerät zu erwerben, anzuschliessen und einzusetzen und bei falscher Verwendung zum Teil erheblichen Sach- oder auch Personenschaden anzurichten ( ich erinnere mal an den Unfall vor ca. 15 Jahren, als ein Haus explodiert ist, als eine ausländische Hausfrau Waschbenzin in die Waschmaschine gekippt hat - kein Witz ). Die Idee mit der Steckdose ist gar nicht so weit weg, gerade im Ausland habe ich schon desöfteren ein erhabenes Blitzsymbol auf Steckdosen gesehen.

Du kannst allerdings gegen Dämlichkeit, Unwissenheit und gegen Missbrauch halt keinen 100 %igen Risikoschutz implementieren.

Gruß
Rainer
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Letzte Änderung: 04 Nov 2009 09:37 von RZipperer.

Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 06 Nov 2009 20:42 #5695

Hallo Kollegen

Gerne möchte ich zu dieser äusserst interessanten Diskussion meine Sichtweise einbringen:

Ähnlich wie Rainer sehe ich diesen bedauerlichen Fall mehr in Richtung allgemeiner Produkthaftung
aber nicht in die Richtung der FMEA ,-denn bei der FMEA soll ich mir ja über die Konstruktion und Herstellung
im Werk und schließlich über funktionstüchtigen Gebrauch beim Endverbraucher Gedanken machen
und nicht über zweckentfremdete und riskante Verwendung (= "Katze in der Waschmaschine")

MFG E.Pauer
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Aw: KVP -Produkthaftung-Unglück-FMEA-A​rm weg- 07 Nov 2009 08:44 #5697

E.Pauer schrieb:
Hallo Kollegen

Gerne möchte ich zu dieser äusserst interessanten Diskussion meine Sichtweise einbringen:

.... über funktionstüchtigen Gebrauch beim Endverbraucher Gedanken machen
und nicht über zweckentfremdete und riskante Verwendung (= "Katze in der Waschmaschine")

MFG E.Pauer


Hallo zusammen,
wir haben in der Entwicklung sogar Dinge zu testen, die hören sich unglaublich an:

Vorgegebenes Szenario:
Auto fährt in See Passagier darf nicht durch die hochfrequente Spannung und starkem Strom aus dem Motorraum verletzt werden. Wie stellen Sie das sicher? (Tatsächlich könnte in einem solchen Fall Lebensgefahr bestehen!)

Bei einer Waschmaschine ist es tatsächlich möglich mit einfachen in jedem Haushalt gebräuchlichen Werkzeugen die Glashaube abzuschrauben und die Türe ohne Glashaube zu schließen. Damit ist dann das Sicherheitselement ausgeschaltet.

Bei Haushaltskleingeräten die nach VDE Vorschriften gebaut werden, wäre so etwas undenkbar, bei Großgeräten ist das möglich, das schreit meiner Meinung nach zum Himmel.

Auch wenn ich mich hier um Kopf und Kragen (Auftraggeber) schreibe ist es, meiner Meinung nach mit unsere Aufgabe zu verhindern, dass solche Unfälle möglich werden. Es ist ein leichtes festzustellen ob alle Schrauben an Ort und Stelle sind und noch leichter durch das große Gewicht festzustellen ob die Scheibe an Bord ist. Noch leichter wird es zu verhindern, dass mit haushaltsüblichen Werkzeugen Sicherheitseinrichtungen, damit meine ich die Glaushaube, entfernt werden können.

Ich habe hier im Haushalt zwei Maschinen mit Baujahr 2009 und 1989 von Bosch an beiden ist die Glashaube leicht zu entfernen.

Wie sieht das bei euch aus? Wenn jemand das nicht öffentlich schreiben will, bitte per privater Nachricht, denn ich habe vor dieser Sache nachzugehen, bis sich etwas verändert hat. Den Gutachterbericht habe ich bereits bei der Staatsanwaltschaft erbeten.

Grüßle
Peter
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