pefiULM schrieb:
... keinen Zusammenhang zwischen der Ebenheit und der Paralellität. Die Ebenheit ist eine völlig unnötige und unsinnige Toleranz. Hier gehört sachlich eine Rauhtiefe ran und gut ist, sprich mal mit dem Ersteller dieser Zeichnung.
Dann hast hier eine Positionstoleranz der beiden großen Durchmesser von 2/100 und eine Paralellität von 1,5/100: ja was jetzt?
Dann hast noch ne Freimaßtoleranz bei 21 Dicke. Schau mal in der Norm ich glaub so ungefähr 2/10. Du hast also die Paralellität innerhalb von dem Freimaß einzuhalten. ...
Hallo juscho,
leider habe ich diesen Thread erst jetzt gelesen. Aber ich muss den Aussagen von pefiUlm wehement widersprechen, da ich noch nie so einen (Entschuldigung) Mist gehört bzw. gelesen habe.
Grundsätzlich ist erstmal zwischen einem Bezug (theoretisch), Form-, Lage- und Allgemeintoleranzen zu unterscheiden.
Der Bezug ist ein Element, welches den theoretisch Idealen Zustand beschreibt/ darstellt. Eine Ebenheitstoleranz der Bezugsfläche beeinträchtigt/ berücksichtigt die Paralellitätstoleranz dabei nicht. Die reelle (un)Ebenheit spielt nur eine rolle wenn die Gesamte Fläche als Auflage verwendet wird)
Allgemeintoleranzen nach DIN7168 oder DIN ISO 2768-2 sind nur anzuwenden wenn keine Forderungen angegeben und diese Norm mit dem anzuwendenden Teil angegeben in der Zeichnung angegeben sind. Die Positionstoleranzen haben gar keinen Einfluss auf die Parallelität oder Ebenheit, aber die Positionstoleranz des ø140 H8 zum ø170G7 (Bezug

ist Blödsinn, da gehört eine Konzentrizitäts- bzw. eine Koaxialitätstoleranz hin. Die Positionstoleranz der zwei Bohrungen ø10 H7 macht in dieser Schnittdarstellung auch nicht wirklich einen Sinn, da eine Positionstoleranz 2 Distanzen zu einem Bezug benötigt um zu ermitteln ob die Toleranz eingehalten wird.
Die Ebenheitstoleranz ist so definiert: alle Punkte der tolerierten Fläche müssen innerhalb zweier theoretischen Ebenen mit dem Abstand von 0,08mm liegen. Einfacher gesagt: beim Abfahren des ausgerichteten Teils mit einer Messuhr darf die Differenz zwischen dem kleinsten Wert und dem grössten Wert die Toleranz von 0,08mm nicht überschritten werden. Ebenheitstoleranzen sind aus Formtoleranzen 1-4 Ordnung zusammengesetzt. Eine Formtoleranz 1. Ordnung ist die Welligkeit die der 2. Ordnung Rauheit die der 3. und 4. Ordnung sind nebensächlich und kaum messbar.
Zur Problemstellung der Messung der Parallelität:
Wenn keine 3D-Koordinaten-Messmaschine vorhanden ist:
Erst muss ein theoretischer Bezug erstellt werden. Das heißt 3 höhenverstellbare Böcke mit Punktauflage (Kugel oder Spitze) sind mittels Messuhr auf eine einheitliche (genau gleiche) Höhe einzustellen. Die Böcke sind auf einer Messplatte unter die Adapterscheibe auf der Bezugsseite soweit wie möglich auseinander zu stellen. Dabei ist durch tippen mit dem Finger zu prüfen, ob alle Böcke belastet sind und das Teil "wackelfrei" aufliegt. Dann ist die Oberfläche mit der Messuhr abzufahren. Dabei darf wiederum die Differenz zwischen dem kleinsten Wert und dem grössten Wert die Toleranz von 0,015mm (Abstand zweier theoretischen Ebenen mit dem Abstand von 0,015mm) nicht überschreiten.
Diese Bezugsberechnung mit einer 3D-Koordinatenmessmaschine funktioniert gleich. Da wird durch Antasten von mindestens 3 Punkten oder mehr eine theoretische Bezugsfläche ermittelt.
Zur Aussage von pefi: wenn der Kunde eine Ebenheittstoleranz oder andere Toleranz festlegt hat das seinen Grund, er kann sie höchstens falsch angeben wie bei der Positionstoleranz. Ich empfehle Dir für zukünftige Interpretationsprobleme bei technischen Angaben das Buch "Hoischen" als Hilfe und Nachschlagewerk. Da sind auch für einige Messprobleme Beispiele vorhanden.
Ich hoffe meine späte Antwort nützt Dir noch was.
Gruß
Taurus