Dem stimme ich zu!
Aus der Sicht des Kunden gibt es eigentlich nur 2 Dinge:
- Wann kommen i.O.-Teile?
- Ist sicher gestellt, dass der Fehler nicht wieder auftritt?
Letztendlich interessiert den Kunden noch nicht einmal, was die Fehlerursache ist; für den Kunden ist nur wichtig, dass er immer i.O.-Teile erhält.
Aus der Sicht des Lieferanten gibt es auch 2 Dinge:
- Wie schffe ich es, dass der Kunde möglichst schnell nur noch i.O.-Teile erhält?
- Wie schaffe ich es, dass der Fehler nicht wieder auftritt (denn dann wird der Kunde so richtig sauer)?
Also muss der Lieferant doch selbst daran interessiert sein, alle Fehlerursachen zu finden und entsprechende Korrekturmaßnahmen einzuleiten und umzusetzen, um ein Wiederauftreten des Fehlers zu vermeiden. (und damit auch intern die Fehlerquoten zu senken usw.)
Die 4 angesprochenen Dinge erwartet der Kunde nur deshalb, weil er dem Lieferanten nicht trauen kann! Daraus ergibt sich leider auch eine "ungesunde" Papierflut: weil der Kunde schnell alles will, bekommt er auch schnell alles, leider aber in nicht ausreichender Qualität. Und so funktioniert die Spirale: der Kunde wird sauer, weil schon wieder der gleiche Fehler aufgetreten ist und verlangt daher noch mehr und noch schneller. Er bekommt noch mehr und noch schneller mit noch schlechterer Ausführung usw. usw.
Diese Spirale muss unbedingt unterbrochen werden. Das geht, indem man Vertrauen aufbaut und de-eskaliert. Kein leichter Weg, aber der einzige, der zum Ziel führt.
Karl Stanger