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THEMA: Hilfe zur KanBan Einführung



Hilfe zur KanBan Einführung 28 Okt 2011 09:08 #12141

Hallo ich bins mal wieder

Ich habe ein paar Fragen zur Kanban Einführung und hoffe mir kann jemand weiter helfen...

Folgender Sachverhalt:

(Kurz zur Erinnerung: Ich arbeite in einem mittelständigen Unternehmen, welches im Stahlhandel und in der Stahlfertigung tätig ist. Es werden Laser, Laser-Kantteile und Schweißzusammenbauten hergestellt. => Auftragsfertiger mit Großkunde (Vorausschau der Bestellungen bis zu einem Jahr, welche sich jedoch noch ändern können aber auf 3 Wochen gefixt sind) und mehreren Drittkunden (Tagesgeschäft), klassiche zentral Planung über AV, klappt jedoch nicht reibungslos...)

Nun werden wir nach etwa einem Jahr einen neuen Auftrag bekommen, in dem wir einen komplexen Schweißzusammen fertigen werden. Es wird nur eine Variante geben, daher war mein Vorschlag dass wir eine Fliessfertigung einsetzen sollten. Die Teilezulieferung sollte nach meinem Vorschlag über Kanban gesteuert werden.


Leider kennt sich niemand (ich auch nicht) wirklich mit Kanban aus..Davon gehört haben viele, aber wie man es wirklich einführt, beziehungswiese es auf unsere Fertigung adaptiert, weiss keiner....

1. Kann man Kanban denn überhaupt für nur einen Teilbereich einführen oder muss man es in der gesamten Fertigung einführen, damit es funktioniert?
2. Wir haben viele verschiedene Behälter (Vorgabe vom Großkunden), kann das damit funktionieren? Außerdem sind manche Teile nicht händelbar, wiegen also um die 100Kilo!, andere Teile wiegen fast nichts (Schrauben etc..)...Daher könnte ich mir eine Teilelieferung innerhalb der Fertigung nur mit Lageristen, die mir Staplern fahren vorstellen..
3. Sagen wir mal das neue Teil wird in einer Fließfertigung hergestellt und es gibt 4 Stufen(Arbeitsstationen) um das Teil herzustellen... Jede Stufe hat dann also ein Pufferlager mit Behältern+Kanban Karten... Jedoch sind manche Einzelteile sehr groß und sperrig, da würden die Pufferläger sehr groß werden.
4. Sobald ein Arbeiter nun Teile benötigt, entimmt der einen Behälter und legt die Kanban Karte in einer Tafel ab und stellt die leeren Behälter an einem best. Punkt ab. Ein Teilebringer/Lagerist nimmst dann also die leeren Behälter +Kanban und bringt sie in zu einem Supermarkt? Dort werden die leeren Behälter wieder aufgefüllt und die Karte an die Fertigung, die die Teile fertigt, bzw. dem Lieferant übergeben? usw...

Stimmt das soweit? Wie wird dann gewährleistet dass das alles läuft? Ich begreife das Ganze noch nicht komplett... Kommt der Kundneauftrag zur AV und wird dann zur letzten Fertigungsstufe gebracht? Muss man die Mindestbestände dann von Fall zu Fall ausloten und definieren?

Hoffe es kann mir das jemand etwas genauer erläutern

Grüsse

Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 02 Nov 2011 11:03 #12155

*push*

Kennt sich hier niemand mit Kanban aus oder fehlen Informationen?

Grüsse

Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 04 Nov 2011 10:58 #12164

Hallo Ingenieur83

Theorie ist soweit i.O. und schlüssig. Kanban kann darüber hinaus flexible auf Eure Bedürfnisse (unterschiedliche Behälter, Teilbereiche ) aufgebaut werden. Meiner Ansicht nach lohnt sich Kanban bei Artikeln die einen täglich oder wöchentlich in der Fertigung benötigt werden. In wie weit Kanban für einen jährlichen Auftrag in Frage kommt hängt von der Stückzahl, Produktiondauer und der zu fertigenden Artikel ab.
Grüsse
OScon
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Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 04 Nov 2011 12:18 #12166

Hallo OScon,

danke für deine Antwort.
Jedoch bist du leider nicht auf meine Fragen eingegangen.

Könntest du denn auch auf meine Fragen eingehen?
Ich brauche praxiswissen für die Kanban Einführung...


Gruß

Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 04 Nov 2011 14:29 #12171

Hallo

Kanban wird benutzt um Lagerbestände und eine damit verbundene Kapitalbindung zu reduzieren.
Beispiel ohne Kanban:
Wöchentlich werden 50.000 Schrauben benötigt. Monatsbedarf liegt bei Euch auf Lager und ist totes Kapital
Beispiel mit Kanban:
Bei einem Lagerbestand von 10.000 Schrauben wird die Kanban Karte gezogen. Dadurch erfolgt durch den Einkauf eine Bestellung an den Lieferanten, der am nächsten Tag einen Wochenbedarf direkt in die Fertigung, Kanbanregal, liefert.

- Das System kann für Teilbereiche eingeführt werden. Es sollte aber eine gewisse Stückzahl dahinter stehen
- Größe und Art der Behälter, GiBo oder Palette, ist für das System Kanban nicht relevant. Ich kenne allerdings Eure innerbetrieblichen Transportmöglichkeiten nicht.
- Pufferlager müssten nach Euren Bedürfnissen eingerichtet werden. Es kann pro Montageplatz aus einem Kanban Regal und Palettenstellplätzen bestehen. Das Regal wird kann 1 x wöchentlich bestückt werden, die Palettenplätze z.B.: 2x täglich

Der Kundenauftrag läuft ganz normal über die AV die den Produktionauftrag erstellt und bestimmt wann, was, wo und wie produziert wird.
- Wird Kanban von Eurer eigenen Fertigung beliefert wird eine Kanbankarte in der AV einen Auftrag auslösen
- Wird Kanban von einem Externen beliefert löst die Kanbankarte wie oben beschrieben über den Einkauf eine Bestellung an den Lieferanten aus.
Wie gesagt kommt es auf die Produkte und die örtlichen Gegebenheiten an, die ich leider nicht kenne.
Gruß
OScon
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Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 04 Nov 2011 15:43 #12172

Gerade bei den C-Teilen (Schrauben, Passfedern, etc.) bietet Kanban die Chance, die Belieferung regelmäßig durch den Lieferanten direkt in die Produktion durchführen zu lassen. Hierduch entfällt der interne Materialtransport.

Generell bietet Kanban durch das 2- (oder mehr) Behältersystem den Vorteil, dass es nicht zu Störungen im Produktioktionsablauf kommt. Wird auftragsbezogen ausgelagert, dann stockt aufgrund eines defekten Teils die Montage bis eine Neuauslagerung erfolgt ist.
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Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 08 Nov 2011 08:03 #12196

Die meisten Teile werden wohl aus der eigenen Produktion kommen, (bis auf die C-Teile) und sind alle unterschiedlich groß.
Als Transprotmöglichkeit besteht zur zeit nur die Möglichkeit über Hubwägen (elektrisch) oder Gabelstapler zu transportieren.

Wir haben benutzen jedoch innerbetrieblich auch nur die Behälter des Großkunden,welche aber fest definiert für alle Teile sind.
Diese könnte man als Behälter nutzen, jedoch sind sie halt unterschiedlich in der Größe.

Da die Fertigungszeiten der Einzelteile jedoch durch hohe Rüstzeiten noch weiter vergrößert werden, taktet das Fertigen des endgültigen Produktes anders. Müsste man daher ein 2 Kreis Kartenkanban einführen?

Unbenannt.png


Wir hätten dann ja intern Lieferanten und Kunde...

Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 08 Nov 2011 17:51 #12213

Da die Teile aus der Eigenfertigung alle unterschiedlich groß sind würde ich hier von Kanban abraten und diese Teile zu den einzelnen Aufträgen bei der Rüsttätigkeit bereitstellen. Kanban macht nur Sinn bei Artikeln die in Serie gefertigt werden.
Dies müsste man aber alles vor Ort analysieren und im Rahmen einer Projektarbeit abklären.

Gruß
OScon
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Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 09 Nov 2011 08:28 #12218

Hallo Kollege,
Kanban heisst Karte, nicht Behälter - das geht bei der Diskussion ab und an unter. Also Focus liegt auf der Steuerung des Bedarfs mit einer Karte.
Zu Deinen Fragen:
1. geht auch in Teilbereichen, rein theoretisch kannst Du einen Typ Unterlagscheiben mit K steuern und die restlichen 6795 Einzelteile klassich. Einziges Problem: es macht keinen Sinn.
2.siehe oben. Sinn macht, die Behälter / Teile nach Art des Handligs zusammen zu fassen (Kleinteile von Hand / mittlere mit Hubwagen / ganz große in Gibo oder gar ohne Behälter)
3 Bitte nachbesser, ich hab kein Fragezeichen gefunden;-) Eben: die Zwischenlager könnt ihr minimieren, indem ihr auf K umstellt. Es werden nicht mehr 100 Baugruppen gefertigt und gelagert, sondern die einzelnen Arbeitsstufen ziehen aus dem Kanban Bestand und nur was dort fehlt (wird durch Karte an die vorhergehende Stufe gemeldet) wird nachgebaut. Wenn die jeweils vorhergehende Stufe schnell genug liefert, kann ggf das Pufferlager ganz entfallen.
4 Genau: so , so ähnlich oder ganz anders. Bitte aber beachten: Steuerungsinstrument ist die Karte. Je nach Durchsatz ist es nämlich schon zu spät, wenn der Behälter leer ist - dann stockt die Produktion schon. Also unbedingt daruf achten, daß das KAnban System Euren Abläufen angepasst ist - nicht umgekehrt. Beispiele: korrekter Zeitpunkt der "Nachbestellung": Karte kann zB auch zur Anforderung gegeben werden wenn der Behälter angebrochen wird (resp ein zweiter Behälter ist als Puffer im Logistiksystem), angepasste Menge: Großteile können auch in Stückzahl 1 gekanbant werden - je nach Durchsatz,

Zwei Tips der Kategorie Tal der Tränen:
- Bringts erst mal für Euch auf die Reihe - und integriert erst im zweiten Schritt die LIeferanten. Eure Kunden werdens danken...
- der zwischengeschaltete Supermarkt ist platzaufwendig und organistaionsaufwendig - das macht nur Sinn, wenn ihr viele Kleinteile habt die in richtig hohen Mengen durchlaufen und an vielen unterschiedlichen Orten benötigt werden. Besser ist, meine ich, mit der Umsetzung im ersten Schritt aus dem LAger heraus anzufangen (den Kanbankreislauf brauicht ihr später eh, um den Suppenmarkt am Leben zu halten...), im zweiten Schritt Supermarkt, im Dritten die Lieferanten einbinden.
Hoffe das hat ein bißchen geholfen - den Kaffee hab ich mir jetzt verdient
Grüßle T
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Aw: Hilfe zur KanBan Einführung 10 Nov 2011 09:07 #12226

Hi tommmili,

danke dass du auf meine Fragen eingegangen bist.
Also heißt dass das ich fürs erste mal nur ein Kanban Sytem einführen sollte, das vom Kunden direkt zum Lieferanten/Produzenten (alles intern) geht?
Ich hatte halt in der Literatur nachgelesen, dass man ein Zwir Kreis Karten Kanban einführen sollte, wenn die Zykluszeiten vom Pruduzenten und Verbraucher stark von einander abweichen. Zusätzlich sollte man dann einen Supermarkt dazwischen "schieben".

Ich kanns noch gar nicht richitg abschätzen, es wird ein neues Teil (Komponentenfertigung, Großteil des Körpers eines Mähdreschers), von dem ich noch gar nicht weiß, aus wievilen Teilen es besteht un welche wir davon selber herstellen und was Zukaufteile sind.

Da wir in unserer Firma kein Kanban haben und es nciht vorkommen darf, dass die Fertigung hängt,(aufgrund von Enpässen bei der Vorteilproduktion...), war der Gedanke für dieses Teil exklusiv Kanban und Fließfertigung einzusetzen.
Da haben wir sonst nirgends, da wir sehr viele unterschiedliche Teile mit nur wenigen Maschinen herstellen. Zu den langfristigen Sachen, kommt noch das Tagesgeschäft hinzu, was dann vorausschauende Planung unmöglich macht...

Gruß
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