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FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren
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THEMA: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren



FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 17 Nov 2009 10:04 #5770

Hallo,

folgende Situation:
Ein mittelständischer Automobilzulieferer (Tier 2), der montiert, erstellt im Rahmen der Produkt-/ Prozessentwicklung (PPAP /. EMPB) eine Prozess-FMEA. Diese FMEA wird auch mit anderen Unterlagen an die Kunden bei der Erstmusterfreigabe übergeben.

Welche Unterlagen / Informataionen braucht das Unternehmen von seinen eigenen Zulieferern?
Prozess-FMEA?
Produkt-FMEA? (Produkt FMEA wurde nur auf System-Ebene vom Kunden erstellt, Unternehmen Zulieferer sind kaum in die Produktentwicklung eingebunden)
Wie kann man die Verbindungen von 2 Prozess-FMEAs (Unternehmen und Lieferant) herstellen, ohne das spezielle Software eingesetzt wird (normale einfache FMEA Formblätter)?
So wie ich das sehe gehen einige Fehler bzw. Folgen in der Prozess-FMEA des Lieferanten als Ursachen in die Prozess-FMEA das Kunden ein. Die eigene FMEA kann nicht abgeschlossen werden, so lange die FMEA des Kunden nicht abgeschlossen ist. Der Kunde braucht für die Bewertung der (Auswirkung/Severity) aber teilweise auch Information vom Kunden. Daher bietet sich hier meiner Meinung nach keine feste Reihenfolge an, sondern es muss einfach sichergestellt sein, dass die FMEAs aufeinander abgestimmt sind.

In welchen Fällen kann auf die Auswertung der Prozess-FMEA des Kunden verzichtet werden (Standardbauteil, langjährigen Erfahrung mit Bauteil etc.)?

Auf oberer Ebene OEM / Tier 1 ist Zusammenarbeit und die Integration in die Entwicklung ja deutlich höher. Dort kann man runde Tische etc, machen. Aber wenn es um Bauteile geht, die nur 1-2 Cent kosten, dann muss man das Vorgehen auch weniger kompliziert machen.

Welche Erfahrungen habt Ihr?

viele Grüße Frank
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 17 Nov 2009 11:11 #5771

Frank-D schrieb:
Hallo,

In welchen Fällen kann auf die Auswertung der Prozess-FMEA des Kunden verzichtet werden (Standardbauteil, langjährigen Erfahrung mit Bauteil etc.)?

Auf oberer Ebene OEM / Tier 1 ist Zusammenarbeit und die Integration in die Entwicklung ja deutlich höher. Dort kann man runde Tische etc, machen. Aber wenn es um Bauteile geht, die nur 1-2 Cent kosten, dann muss man das Vorgehen auch weniger kompliziert machen.

Welche Erfahrungen habt Ihr?

viele Grüße Frank


Hallo Frank,
auch bei Standard Bauteilen im Sinne von Normteilen, wie Schraube, Mutter, Scheibe oder Niet kann es zu Verwechslungen kommen, aber das ist nicht Deine Frage.

In den Bereichen die ich einsehen kann, gibt es eine FMEA, die von allen Beteiligten gepflegt wird. Bei manchen Firmen ist das über eine Software geregelt bei anderen wird einfach das Excel Sheet weitergegeben und von jedem Beteiligten gefüllt.

Auch ein 1 Cent Bauteil kann zum Versagen des Gesamtsystems führen.

Grüßle
Peter
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 17 Nov 2009 11:40 #5773

Hallo,
bei uns wird die DFMEA oder PFMEA überhaupt nicht weiter gegeben, die Kunden können die gerne einsehen aber es wird nichts raus gegeben. Das ist aber im Allgemeinen so!!

Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 17 Nov 2009 12:25 #5775

Hallo Frank, Peter und holly... (und alle anderen Leser natürlich auch)

mir gehen beim Lesen noch ein paar Fragen durch den Kopf:

1. hat der montierende Tier2 Zulieferer selbst die Komponenten und Prozesse entwickelt oder fertigt der "nach Zeichnung" ? (Stichwort: Entwicklungsverantwortung)

2. hat der Tier2 die Verantwortung für seine Zulieferanten oder sind ihm diese (durch den Kunden) vorgegeben?

3. die Aussage "...Zueleferer sind in die Produktentwicklung kaum eingebunden..." ist mir auch noch etwas schwammig - sind sie es oder nicht? Was sagen die Verträge aus?

4. welche Informationen/Dokumente hat der Tier2 bekommen (Zeichnungen, Spezifikationen, FMEA?, SC?, CC?, Arbeitsabläufe?, Prüfvorschriften?, ...

Meines Erachtens nach sollten die FMEA's bei allen beteiligten Organisationen in der Kette erstellt und gelebt werden, ungeachtet vom Teilepreis oder Status der Komponente (Normteil, Carry-Over-Komponente, etc.). So wie Peter schon schrieb: auch ein O-Ring für 1Cent kann eine Katasrophe verursachen... (war da nicht mal so ein Disaster mit einer Mondrakete und einen Leck im Bereich Treibstofftank...?) .

Wichtig ist, dass mögliche Risiken und spezielle Anforderungen an das Endprodukt weiter heruntergebrochen werden, um im Produktentstehungsprozess sicher zu stellen, dass alle Risiken bedacht und bewertet (und vermindert) wurden.

Diese Details muss sich der Tier2 von seinem Kunden holen und sie auch an seine Zulieferanten weitergeben!

Ich denke die Software zur Erstellung der FMEA ist dabei eher nebensächlich, Excel ist vermutlich am weitesten verbreitet (wenn sicherlich auch nicht besonders geeignet für eine FMEA).

Eine "abgeschlossene" FMEA habe ich noch nie gesehen... das Ding sollte leben, ständig weiter entwickelt und verbessert werden. Daher muss man auch die eigene FMEA immer wieder anfassen, wenn der Zulieferer (und der Kunde) etwas relevantes in seiner FMEA anpackt.

Und die Frage ob die FMEA "herausgeben" oder "nur einsehen" ist zwar berechtigt, war hier aber gar nicht gestellt, oder hab ich das überlesen? Wie dieser Punkt gelebt wird hängt von vielen Faktoren ab, üblicherweise legen nur "Full-Service-Supplier" (mit Design-Verantwortung) alles offen.

Je kleiner der Zulieferer ist & je weiter er weg ist vom OEM, desto weniger wahrscheinlich ist die Herausgabe dieser Dokumente (aber Achtung: es gilt immer das, was bei Beauftragung vertraglich vereinbart ist!).
Falls der Zulieferer ein gewisses Alleinstellungsmerkmal hat, wird in der Realität teils noch "einfacher" verfahren...

Ganz wichtig dabei ist: die Inhalte müssen stimmen und in jede Richtung ohne "Übergabeverluste" passen!

Viele Grüße
Andreas
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 19 Nov 2009 06:17 #5801

Hallo Andreas,
ich muss Dir vollkommen Recht geben es ist wichtig eine FMEA immer weiter zu verfolgen und zu pflegen was leider meistens vernachlässigt wird.Oft ist es so das immer nur dann an den FMEA`s gearbeitet wird wenn der Kunde sie einsehen möchte,auch dass ist nicht die richtige Vorgehensweise.Oft fehlt aber auch der Informationsfluss oder die Komunikation wenn irgendeine Änderung umgesetzt wird.

Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 19 Nov 2009 07:31 #5804

hollyaliene schrieb:
Hallo Andreas,
ich muss Dir vollkommen Recht geben es ist wichtig eine FMEA immer weiter zu verfolgen und zu pflegen was leider meistens vernachlässigt wird.Oft ist es so das immer nur dann an den FMEA`s gearbeitet wird wenn der Kunde sie einsehen möchte,auch dass ist nicht die richtige Vorgehensweise.Oft fehlt aber auch der Informationsfluss oder die Komunikation wenn irgendeine Änderung umgesetzt wird.


Hallo hollyaliene,
das meine ich wenn ich davon rede, dass eine FMEA von allen Beteiligten gepflegt wird. Wenn ich Dein Statement höre, kann ich darauf schließen, dass in solchen Betrieben kein System gelebt wird, sondern bei Bedarf irgendwas hingezaubert wird.

Weshalb benötigt man eine ISO/TS und ein Zertifikat, das sowieso nur Geld kostet übrigens wie alle Qualitöter, und die "Macher" vom Arbeiten abhalten. Früher gings ja auch ohne und war sowieso alles besser........

Oh je, jetzt klingelt es schon wieder in der Phrasen Kasse.

Grüßle
Peter
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 19 Nov 2009 14:30 #5832

Hallo in die Runde,

erstmal vielen Dank für Eure Antworten. Das hat mir schon eine Menge geholfen. Die Diskussion geht schon genau in die Richtung, weshalb ich auch gefragt habe. Wie kann man es relativ einfach organisieren, dass die FMEA wirklich gelebt wird und auch unternehmensübergreifend Informationen sinnvoll transportiert. Also nicht nur die FMEA, damit man die auf Wunsch zeigen kann.

aber jetzt mal zu den Fragen von Andreas:


1. hat der montierende Tier2 Zulieferer selbst die Komponenten und Prozesse entwickelt oder fertigt der "nach Zeichnung" ? (Stichwort: Entwicklungsverantwortung)

Er fertigt nach Zeichnung. Bzw. das Produkt wurde leicht verändert, damit es leichter produziert werden kann, aber dabei teilt der Tier2 Zulieferer seine Wünsche/Vorschläge nur mit und die Zeichnungen etc, erstellt der Kunde.

2. hat der Tier2 die Verantwortung für seine Zulieferanten oder sind ihm diese (durch den Kunden) vorgegeben?

Zulieferer sind bis auf einen vorgegeben. Der der nicht vorgegeben ist liefert ein Material, bei dem sich der Tier2 wesentlich besser auskennt als der Kunde.

3. die Aussage "...Zueleferer sind in die Produktentwicklung kaum eingebunden..." ist mir auch noch etwas schwammig - sind sie es oder nicht? Was sagen die Verträge aus?

Siehe auch Frage 1. Entsprechende Vereinbarungen, was die Prozessentwicklung angeht wurden unterschrieben, also QSV, Supplier-handbuch mit genauer Beschreibung der Vorgehens, ziemlich ähnlich RGA-Schemata. Eine Erstmusterfreigabe mit Protokoll etc. erfolgt immer für jedes neues Produkt.


4. welche Informationen/Dokumente hat der Tier2 bekommen (Zeichnungen, Spezifikationen, FMEA?, SC?, CC?, Arbeitsabläufe?, Prüfvorschriften?, ...


Zeichnungen
Spezifikationen was das Material angeht
keine FMEA
Arbeitsabläufe nein, Prüfvorschriften nein
Verpackungsvorschriften ja
keine spezifischen Vorgaben zur Statistical control (meinst Du doch mit SC, oder?) nur allgemeine Infos um Supplier-handbuch
Mit cc, meinst Du Steuerungsdaten für Maschinen, oder?


Wichtig ist, dass mögliche Risiken und spezielle Anforderungen an das Endprodukt weiter heruntergebrochen werden, um im Produktentstehungsprozess sicher zu stellen, dass alle Risiken bedacht und bewertet (und vermindert) wurden.

Diese Details muss sich der Tier2 von seinem Kunden holen und sie auch an seine Zulieferanten weitergeben!

Ich denke die Software zur Erstellung der FMEA ist dabei eher nebensächlich, Excel ist vermutlich am weitesten verbreitet (wenn sicherlich auch nicht besonders geeignet für eine FMEA).


Sehe ich ganz ähnlich. Wobei ich denke, dass eine einfaches Vorgehen (zur Abstimmung in der Kette) mit einem leicht zu bedienendem Werkzeug (meine hier z. B. ein FMEA Formblatt) helfen kann, damit es leichter flutscht und gelebt wird.

Nochmal Danke an alle Antworten

Frank
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 19 Nov 2009 14:55 #5834

Hallo Frank,
kleine Korrektur:
SC / CC sind die Significant Characteristics / Critical Characteristisc = Anforderungen mit besonderer Bearbeitungs- & Nachweispflicht !

Oder auch so erklärt:
---------------------------
CC= critical characteristic (kritisches Merkmal)
Sind Prozessparameter oder Produktvorschriften die Einfluß auf die sichere Funktion von Produkten oder die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen haben können.
SC= significant characteristic (signifikantes Merkmal)
Hierzu auch die TS 16949 "besondere Merkmale" für den Automotive Bereich.
Besondere Merkmale sind Durchgängig von der DFMEA> Zeichnung> PFMEA> Controlplan> Freigabekarten und Überwachungskarten zu betrachten.
--------------------------- ^...aus einem anderen Forum)
...oder such hier mal nach "SC/CC", da findest Du auch was.

Bitte nicht verwechseln, das Zeugs kommt aus der FMEA und ist wichtig!
Zu den anderen Punkten gibt's später mehr Antworten (muss noch zwei andere Sacher fertig machen)

Viele Grüße
Andreas
  • Bärliner
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 19 Nov 2009 14:59 #5835

Hallo Andreas,

ach, okay.
Auf die SC /CC wird auch in dem Supplier-Handbook, Ermusterprüfbereicht etc. Bezug genommen. In den Zeichnungen etc sind jedoch keine SC und CC vermekrt. Nach inoffiziellen Nachfragen (man muss den schlafenden Löwen ja nicht wecken) scheint es keine SC und CC zu geben.

Grüße Frank
  • Frank-D
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Aw: FMEA in der Wertschöpfungskette synchronisieren 20 Nov 2009 07:45 #5842

Frank-D schrieb:
Hallo Andreas,

ach, okay.
Auf die SC /CC wird auch in dem Supplier-Handbook, Ermusterprüfbereicht etc. Bezug genommen. In den Zeichnungen etc sind jedoch keine SC und CC vermekrt. Nach inoffiziellen Nachfragen (man muss den schlafenden Löwen ja nicht wecken) scheint es keine SC und CC zu geben.

Grüße Frank


Hallo Frank-D,
hat diese Diskussion etwas mit Rückhaltesysteme in Automobilen zu tun?

Ich frag deshalb, weil es mit Rückverfolgbarkeit etwas zu tun haben könnte.

Der andere Bereich, den ich abfragen will: Könnte es etwas mit Beschichtung zu tun haben?

Hier hat es dann etwas mit Archivierung zu tun.

Grüßle
Peter
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