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THEMA: Stichprobenzusammenstellung



Stichprobenzusammenstellung 08 Okt 2009 08:42 #5304

Guten Tag zusammen,

zur Stichprobenzusammenstellung habe ich folgende Frage und hoffe auf eure Hilfe.

Ausgangsituation:
Auf einem LKW befindet sich eine Grundgesamtheit von 500.000 Teilen eine Anfertigung. Diese Grundgesamtheit verteilt sich auf 25 Paletten a´ 160 Kartons. Wenn nun 800 Teile zu entnehmen sind, woher weiß ich dann, wieviele Kartons ich öffnen muss?

Es heißt ja immer, dass jedes Teil die Möglichkeit der Bewertung haben muss. Aber wer öffnet schon 160 Kartons? Gibt´s es eine Faustformel zur Bestimmung der Verpackungseinheiten aus der die Stichprobe zusammengestellt wird? Wenn ja, bitte posten. Danke im Voraus!

Grüße,
Statistik-Greenhorn
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Aw: Stichprobenzusammenstellung 08 Okt 2009 14:06 #5310

Hallo und viel Spaß damit,
wenn die Produktionsaufkleber auf den Verpackungseinheiten ein Datum und noch besser eine Uhrzeit enthalten, schau nach den unterschiedlichen Produktionsdaten und entnehme gleichmäßig vorne, hinten und dazwischen in gleichmäßigen Abständen eine gleichmäßige Menge bis Du dann die 800 Teile entnommen hast. Bitte von der Entnahmelogik jeweils ein Behälter mit Beschriftung anfertigen, damit Du dann auch noch weißt wo sich eventuelle Fehler häufen.

Sollte das nicht der Fall sein, mach Dir einen Plan der Entnahme, beschrifte die Entnahmebehälter und entnehme nach dem von Dir festgelegten System die von Dir festgelegte Menge. Die Hauptsache es ist ein System erkennbar.

Viele Großfirmen haben allerdings eigene Entnahmepläne, hier mit einem Kollegen in Kontakt treten und fragen wo die Anweisung liegt.

Grüßle
Peter
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Aw: Stichprobenzusammenstellung 09 Okt 2009 08:38 #5321

Danke für die Hilfestellung.

Leider habe ich keine Kontakte in die Großindustrie und mit einem Kollegen kann ich mich auch nicht beratschlagen.
Gibt es hier jemanden, der mir eine Entnahmeplan als Anschauungsbeispiel posten kann? Frage mich gerade, was bzw. wie die Zöllner oder Qualitäter in Rotterdam wohl vorgehen??? Habe mal folgendes gehört: Ziehe die Wurzel aus der Anzahl der Verpackungseinheiten und bilde daraus den erforderlichen Stichprobenumfang. Keine Ahnung, ob das statistisch belastbar ist.

Wenn Ihr noch weitere Ideen/Vorschläge habt, nur zu... Bin dankbar für jeden Input.

Gruß,
Statistik-Greenhorn
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Aw: Stichprobenzusammenstellung 09 Okt 2009 09:30 #5325

Hallo Statistik Greenhorn,
versuchs mal mit: 0,4* Wurzel aus n (n=Gesamtzahl der zu prüfenden Teile)

Danach bitte gleichmäßig verteilen und die Verpackungen kennzeichnen aus denen Du die Teile genommen hast.

Aber eigentlich müsste Dein Lieferant 100% GutTeile liefern.

Ich will jetzt mal nicht auf verschärft und so eingehen aber das Nähere steht:

DIN ISO 2859-1:2004-01 Annahmestichprobenprüfung (Beuth Verlag) oder Normenabteilung.

Grüßle
Peter
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Aw: Stichprobenzusammenstellung 15 Okt 2009 09:49 #5395

Hallo,

ich möchte den Punkt, den Peter angerissen hat, noch etwas ausführen. Entscheidend bei der Prüfung und der Stichprobenentnahme ist, ob sie geeignet ist eventuelle Fehler zu erkennen.
Das kann man eigentlich am besten sagen, wenn man weiß, wie produziert wird. Wird zum Beispiel mit mehreren Werkzeugen (z. B. Nester, Spritzgussformen) produziert, dann muss dem Kunden die Anzahl der Spritzgussformen bekannt sein um gezielt Stücke von von jedem Nest prüfen zu können. Natürlich muss der Lieferant dann auch eine entsprechende Kennzeichnung vornehmen, die es Ihnen ermöglicht die Stichproben dann gezielt zu entnehmen. Oft gehen diese Informationen aus den Chargennummern etc. des Lieferanten hervor, wenn man weiß wie man diese zu entschlüsseln hat.
Oft hat man auch nur ein Datum zur Verfügung. Besser ist es, wenn man die eigene Stifchprobenentnahme gezielt die möglichen Einflussfaktoren optimieren kann, wie etwa:
    Chargenwechsel beim Liefereanten Maschinen Werkzeuge Produktionsschichten

Ich denke es lohnt sich wirklich hier mit dem Lieferanten zu sprechen, damit die ganze Arbeit mit den Stichproben und Prüfungen geeignet ist, ihre Aufgabe zu erfüllen. Mit mehr Informationen kann man oft auch die Anzahl der Prüfungen reduzieren.

Grüße Frank
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Aw: Stichprobenzusammenstellung 17 Okt 2009 09:02 #5435

Ich gehe mal davon aus, dass der Lieferant eine bekannte Fehlerrate hat.
Liegt diese z.B. bei 2ppm, so bedeutet das, dass bei den 500000 Teilen u.U. ein schlechtes Teil ist. Eine Stichprobe wird also unwirksam sein.
Liegt die Rate bei 2000ppm, dann hat man bei dem 500000 Teilen 1000 schlechte Teile zu erwarten, oder in einem Karton mit 125 Teilen vielleicht ein schlechtes Teil (lt. ppm-Rate 1 schlechtes Teil von 500).
Bei einer Stichprobe von 800 Teilen wäre also bei 2000 ppm 1-2 schlechte Teile zu erwarten.

So weit die Plausibilisierung.

Jetzt stellt sich die Frage, was man denn überhaupt erreichen will. Dazu sollte man den Prozess des Lieferanten kennen. Es gibt z.B. Prozesse, die fertigungsbedingt Trends aufweisen. Hier wäre sinnvoll, das erste und letzte Teil eines Produktionsloses zu prüfen.

Letztendlich kann ich folgendes empfehlen:
- Herstellungsprozess des Lieferanten verstehen und daraus ableiten, was passieren kann (die Informationen dazu gibt es über die Bemusterung mit der FMEA)
- Bisherige Qualitätsleistung des Lieferanten berücksichtigen
Danach entscheiden, ob eine Prüfung sinnvoll ist und welche Teile man nimmt.

In der Automobilindustrie sind ppm-Raten von 2000 ppm inakzeptabel. Gerade bei Teilen, von denen 500000 auf einen LKW passen, sind die Raten im einstelligen ppm-Bereich -> Prüfung ist nicht sinnvoll.
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Karl Stanger
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Aw: Stichprobenzusammenstellung 17 Okt 2009 15:29 #5439

Hallo

Für mich stellt sich die Frage ob Sie unbedingt nach AQL Klasse II = P = n 800 nehmen müssen ?

wenn Sie Klasse I = M = n 315 nehmen kommen Sie statt mit 800 mit 315 Teilen aus !



MFG E.Pauer
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