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THEMA: Regelkarten



Regelkarten 17 Dez 2008 06:03 #2890

Guten Morgen an alle

ich habe da wieder mal eine Frage. Bei uns sollen in der Produktion Regelkarten eingeführt werden.
Wir haben viele Kunden mit vielen verschiedenen Maßen und Toleranzen. Teilweise müssen die Endtoleranzen
je nach Fertigungsschritt und Maschinentoleranzen auf das Produktionsmaß umgerechnet werden.
In einer Regelkarte kann ich aber nur ein Maß mit der dazugehörigen Toleranz erfassen. Wir haben auch keine automatische
Erfassung der Maschinenwerte und auch nicht an jedem Arbeitsplatz PC´s. Somit müßten die Mitarbeiter
alles per Hand führen. Somit sehe ich momentan einen großen Zettelberg auf mich zukommen.
War schon jemand von euch in einer ähnlichen Situation? Wie habt ihr das gelöst, um den Papierberg nicht unnötig ausufern zu lassen und das ganze aber auch für die Mitarbeiter der Produktion, die damit ja dann umgehen müssen, realisierbar zu halten?

Danke

Aw: Regelkarten 17 Dez 2008 08:33 #2893

Hallo,

ich bin ein wenig erstaunt über diese Aussage:
Bei uns sollen in der Produktion Regelkarten eingeführt werden.

Wie haben Sie denn die ganze Zeit produziert, alles 100% kontrolliert oder Produktion nach Reklamationen geregelt ?

Ich gehe davon aus, dass Sie mit zweierlei Vorgaben den Prozess steuern wollen:
1. die Toleranzüberwachung bei Produktionsmaß ( z.B Vormaß bei 1. Prozessschritt)
2. Fertigmaß bei Endprodukt.

Diese Überwachungen mit verschiedenen Nennmass- oder Toleranzvorgaben können auf 2 verschiedenen Regelkarten geführt werden. Diese Erfassung setzt aber den Einsatz geprüfter und überwachter Messmittel voraus.
Desweiteren sind die Mitarbeiter auf den Umgang mit diesen Qualitätswerkzeugen wie Erfassung der Daten nach Prüfplan zu schulen.

Die Datenerfassung, mit manuellem Eintrag in eine Regelkarte, ist in der Serienfertigung ist sehr zeitaufwändig.
Weitere Nachteile einer manuellen Regelkartenführung:
- Unleserliche Angaben bei Eingaben und Kommentaren,
- Falschberechnung von Steuung und Mittelwert,
- Nichteinhaltung von Prüfintervallen

Um wirklich den großen Zettelberg zu umgehen ist der Einsatz einer Messinsel mit PC zu empfehlen.
Die Mitarbeiter können dort zeitnah die Messergebnisse in die rechnerunterstützte Regelkarte eintragen.
Auf diese Weise lässt sich der Aufwand reduzieren und dem Mitarbeiter bleibt u.U. die Berechnung der Streuung und Grafikführung erspart.

Eine weitere Möglichkeit bietet der Einsatz eines CAQ-Systems. Je nach Aufwand und Datenmenge kann sich die Anschaffung nach einem gewissen Zeitraum amortisieren.

Gruß

Cooper
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Aw: Regelkarten 17 Dez 2008 08:55 #2894

1. bei uns ist alles anders
2. die mitarbeiter haben nach prüfplan stichprobenartig die produkte kontrolliert.
3. unsere firma besteht nicht erst seit gestern. aber über das, was vor meiner zeit dort war und warum viele dinge erst jetzt, da wir die ts16949 anstreben, aufgebaut werden, will ich lieber garnicht nachdenken.


unsere messmittel sind geprüft und überwacht. und ne schulung der mitarbeiter habe ich sowieso vorgesehen. nur muß ich erst mal austüfteln, wie wir die regelkarten effektiv umsetzen wollen. und deine aufgeführten probleme sind ja gerade die, die mir ein wenig sorge bereiten. denn wir haben insbesondere bei der einhaltung der prüfintervalle einige probleme. deine möglichen lösungsvorschläge werde ich mir mal zu gemüte führen und darüber nachdenken. nur wird das mit investitionen etwas schwierig, da uns die marktsituation drumherum nun auch getroffen hat und unsere großen kunden automobilzulieferer sind. ein projekt, dass sich mit der automatischen erfassung der meßwerte an den maschinen befasste, fiel ja schon dem rotstift zum opfer. keine ahnung, wie die sich das gedacht haben, dass ich das umsetzen soll. aber falls du oder ein anderer noch weitere vorschläge hat, immer her damit

Aw: Regelkarten 17 Dez 2008 10:53 #2895

Hallo,

nun ja, da wollen wir mal vorwärts schauen und nicht zurück.

Da würde ich den einfachen Weg einschlagen.

Den Prozess beschreiben mit dem Input für Prüfpläne, Prüfanweisungen und Prüfaufzeichnungen. Die Indikatoren sind dann Prozessfähigkeiten, Prüfergebnisse (Auswertungen) ppm-Raten.
Output ist Sicherstellung der Einhaltung von Qualitäts,- Umwelt- und Arbeitsschutzforderungen für Prozesse, Einzelteile, Komponenten und verkaufsfähige Einheiten.
Dies in einer Verfahrensanweisung festschreiben und danach eine Schulung durchführen.
Hier ist die Verpflichtung auf den Prozesseigner zu übertragen.

Die Sache mit den gestrichenen Investitionen (zumindest für 1 PC zum Einstieg) würde ich als Ratio zur Zeiteinsparung bei einer rechnergestützten Regelkarte aufzeigen, denn in der heutigen Zeit kann man an Einsparungen nicht vorbeikommen. Archivierungskosten ect.

Sind noch weitere Fragen, zu der beneidenswerten Aufgabe, gibt es sicherlich noch weitere Anregungen hier in diesem Forum.


Gruß

Cooper
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Aw: Regelkarten 18 Dez 2008 06:01 #2899

frauhertel schrieb:
1. bei uns ist alles anders
2. die mitarbeiter haben nach prüfplan stichprobenartig die produkte kontrolliert.
3. unsere firma besteht nicht erst seit gestern. aber über das, was vor meiner zeit dort war und warum viele dinge erst jetzt, da wir die ts16949 anstreben, aufgebaut werden, will ich lieber garnicht nachdenken.


Morgen,

der Kommentar oben hätte 1:1 von mir sein können

Cooper, willkommen in der Welt der nicht TS Serienfertigung !!! Man kann auch messen ohne eine Regelkarte zu führen, ich weiß auch das man keine Verfolgung und Nachweise hat, aber es geht und das gibt es auch tatsächlich!!

Gruß

TamTom
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Aw: Regelkarten 18 Dez 2008 07:29 #2900

Hallo TamTom,

da kann man nur hoffen, dass keine Gewährleistungsansprüche oder sonstige Nachweisführungen anfallen.
Ansonsten finde ich die TS schon gut aufgestellt, in bestimmten Anforderungen Nachweise zu führen.

.. und wenn noch die Forderung besteht, ein Zertifikat nach TS dazu anzustreben, ist es irrsinnig daran zu glauben, dass man damit bei einem Auditor durch die Tür kommt.

Gruß

Cooper
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Aw: Regelkarten 18 Dez 2008 10:11 #2903

das ist ja auch unser problem wenn reklamationen anfallen. unsere mitarbeiter in der produktion messen zwar, aber wir haben in den meisten fällen keinen schriftlichen nachweis dazu, das unsere produkte auch wirklich i.o. waren, als sie unser haus verlassen haben. also wir können den kunden keine unterlagen unter die nase halten, die beweisen, dass der fehler nicht bei uns liegt.

Aw: Regelkarten 18 Dez 2008 10:57 #2904

Ich sag nur 10204 Zeugnis.

Geprüft sind die Dinge, aber wenn was nicht stimmt wer was, bzw. kann auch eine Endkontrolle Dinge übersehen.

Gruß

TamTom
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Aw: Regelkarten 19 Dez 2008 15:45 #2907

Vorallem in der Massenfertigung ist es doch einfach so, dass man keine 100%-ige Gewährleistung.
Dennoch sollte man die qualitätssichernen Maßnahmen entsprechend wählen...

Einen Process statistisch zu steuern kann ja wohl nicht nur im Sinn der Qualitöter liegen

Mir sind aber durchaus Fälle bekannt, wo namenhafte Hersteller von Standardprodukten auf
Regelkarten verzichten. Die gleichen Hersteller fertigen auch automotive- Teile, diese
Prozesse werden entsprechend SPC- gesteuert...

Was unter dem Strich zählt - ist das Ergebnis!!

Eins ist klar, ein Zertifikat oder eine Regelkarte ist auch nur ein Stück Papier ...
...trotzdem würde ich nicht darauf verzichten wollen
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Aw: Regelkarten 15 Jan 2009 12:21 #2993

Hallo Frau Hertel,

ich klink mich mal ein ... was in diesem Unternehmen zu optimieren wäre ist vermutlich klar. Wenn dieses Unternehmen jedoch beispeilsweise aufgrund der aktuellen Finanzkrise nicht in der Lage ist elektronische Unterstützung zu beschaffen muss ein alternativer Weg gesucht werden. das ist offensichtlich auch die Bitte von Frau Hertel. Ich erinnere hier in diesem Zusammenhang an das Motto dieses Forums " Keep it simple".

Können Sie uns vielleicht mal eine QRK zur verfügung stellen, wie Sie in Ihrem Hause in Anwendung ist ? Ggf. besteht dann die Möglichkeit diese zu optimieren. Nachdem Sie jedoch offensichtlich in dieses Forum schreiben können, gehe ich davon aus, dass an Ihrem Arbeitsplatz zumindest ein PC evtl. sogar mit MS - Office Paket zur Verfügung steht. Wenn dies der Fall ist, kann sicherlich mittels Excel eine Erleichterung der Situation geschaffen werden.

Möglich wäre auch der Einsatz eines externen Auditors, der in Ihrem Haus ein Systemaudit / Prozessaudit durchführt und Ihnen Ihre Schwachstellen und mögliche Optimierungsanätze aufzeigt ( was vermutlich auch nicht ganz kostenneutral geschehen kann ).

Gruß

Rainer Zipperer
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Letzte Änderung: 15 Jan 2009 12:37 von RZipperer.
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