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THEMA: Wareneingang/ Granulatprüfung!



Wareneingang/ Granulatprüfung! 22 Okt 2008 09:57 #2563

Hallo zusammen,

ich arbeite bei einem Kunststoffspritzer und bin dort für den Wareneingang zuständig.

Bis heute haben wir das Granulat gar nicht geprüft, nur den Lieferschein und ob die Ware beschädigt ist, mehr nicht.

Jetzt soll das Granulat geprüft werden, ob es in der Spezifikation liegt und und und.
Es wird immer in der Spezifikation liegen nach dem Materialzertifikat.
Das reicht mir aber nicht. Ich möchte die Vergangenheit vom Material kennen lernen um die nötigen Schritte für meine Spritzer einleiten zu können. (OK, das ist ein wenig fett, aber kenne ich die Vorgeschichte vom Material, kenne ich den weiteren Weg.)
Das Granulat verhält sich doch immer anders von der physikalischen Seite her. Schon der kleinste Abweicher z.B. der Temperatur bei der Herstellung dessen bedeutet das ich rein vom physikalischen voll neben der Einstellungen liege beim spritzen wie sonst.

Wir spritzen Teile die nachher verchromt werden und da die verchromung wie ein Spiegel ist......brauche ich nicht mehr schreiben, oder!?

Danke im Voraus!

Grüsse Pin
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Letzte Änderung: 23 Okt 2008 18:34 von pinocio_m.

Aw: Wareneingang/ Granulatprüfung! 22 Okt 2008 13:55 #2567

Hallo

Kann Ihnen eine Erfahrung mitteilen, die ich mal bei einem Lieferantenaudit aufnahm:

Das Unternehmen prüfte stichprobenartig auf jede Verunreinigung und Farbe des Granulats.
In der Vgh. war es einmal vorgekommen, dass weniger als 1 % blaue Körner drinnen waren,
und die gesamte Lieferung (mehrere Tonnen) weißes Granulat unbrauchbar war...

Generell würde ich Ihnen empfehlen...sich anfangs auf die für Sie wesentlichsten (visuellen) Prüfungen zu beschränken
(soweit vom Kunden nicht anderweitig gefordert)


MFG E.Pauer
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Aw: Wareneingang/ Granulatprüfung! 22 Okt 2008 14:20 #2569

Hallo Pin,

eine visuelle Prüfung ( Gesamtzustand, Farbgebung, Fremdkörper, Verunreinigungen ) ist sicherlich ein guter Ansatz. Zur Sicherstellung der Verarbeitbarkeit sollten aber auch noch physikalische / chemische Tests erfolgen.

Als erstes ist das mitgelieferte Materialzertifikat gem. den Spezifikationen ( Soll / Ist Werte aus EMPB, etc. ) zu prüfen. Als nächstes empfehle ich den Test für den Moldflow Index ( Homogeniität und Schmelzindex / Schmelzverhalten des Granulates beim Plastifizieren ) Hierfür ist jedoch besonderes Testequipment erfoderlich. Der Mold Flow Index gibt auch Auskunft darüber, ob das gelieferte Material das richtige oder ggf. eine Falschlieferung ist ( uns wurde mal ein Lastzug ABS-PC, anstelle PA angeliefert => ohne technische Prüfung ist sowas nach Befüllung der Silos unverantwortlich )

Sofern Sie hygroskopische ( Material mit Wasseraufnahme ) Materialien einsetzen ( PA, PP ) sollten Sie ggf. noch den Feuchtegehalt bestimmen. Und damit gehen mir auch schon die Ideen aus.

Definition MFI
"Der Schmelzindex (engl.: MFI - melt flow index, älter: MFR - melt flow rate) gibt an, wieviel Gramm eines Kunststoffs in 10 min durch eine Kapillare bestimmter Geometrie gepresst wird, die Einheit ist also g/10min. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung ist Schmelze-Massefließrate.
Der Volumenfließindex (engl.: MVR - melt volume rate) gibt das aus der gleichen Kapillare in 10 min gepresste Volumen an, die Einheit ist cm³/10min. Er wird auch häufig Schmelzvolumenindex oder Schmelze-Volumenfließrate genannt.

Hier noch ein Link zum MFI :

chemie.fb2.fh-frankfurt.de/KKP/KKT-04.htm


Hoffe ein bischen weitergeholfen zu haben

freundliche Grüße aus Mittelfranken
Rainer
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Letzte Änderung: 24 Okt 2008 06:56 von RZipperer.

Aw: Wareneingang/ Granulatprüfung! 23 Okt 2008 18:03 #2578

Hallo E.Pauer,
ich gehe davon aus das das Granulat IO ist. Gut wir hatten auch schon das es unterschiedlich gross war und ich es auf LAU vom Einkauf reklamieren musste. Das Ende vom Lied war, das die Reklamation nichts gebracht hat, weil das Granulat so in seiner Zusammensetzung OK war.
Frei nach dem Motto:" Ein Ei muss nicht immer Rund sein um es als Ei anzuerkennen."

Wir spritzen Teile die zum Galvanisieren gehen und damit haben wir massiv Probleme. Von 1- 3stelligen Ausschuss. Dies kann sich bekanntlich keiner Leisten, also muss ich da was machen.

Gruss Pin
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Aw: Wareneingang/ Granulatprüfung! 23 Okt 2008 18:18 #2579

Hallo Rainer,

der Ansatz ist ganz IO. Wir haben eigentlich kein Problem mit dem Granulat. Der Lieferant verkauft uns alles was er hat, nur überprüfen kann ich diesen nicht. Anhand vom Materialzertikat schon, aber so weit jeder weis ist Papier geduldig.

Ich möchte die genauen physikalischen Tests durchführen vom Granulat. Ich möchte die Vorgeschichte kennen lernen vom Granulat. Wie ist es behandelt wurden bei der Herstellung, wie war die Temperatur, wie der Druck.....wie ist die Beschaffenheit der Moleküle im einzelnen.
Ich weis das man das testen kann und damit schon die ersten Informationen an die Spritzerei geben kann wie das Granulat dieser Charge beschaffen ist. Wenn ich das weiss, kann ich wenn ich die dementsprechenden Erfahrungen habe schon voraussagen wie ich die Parameter an der Spritzmaschine einstellen muss um ein gutes Teil heraus zu bekommen, ohne vorher grossartig probieren zu müssen.

Nur ist die Frage jetzt mit welchem Mitteln es schon andere probiert und erfolgreich getestet haben.

Grüsse Pin
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Aw: Wareneingang/ Granulatprüfung! 25 Okt 2008 09:03 #2590

Hallo Pin,

jeder Prozess hat seine Schwankungen (auch die Materialherstellung).

Jede Charge komplett auf das Verhältniss der einzelnen Bestandteile zu prüfen würde nur mit sehr aufwendigen Analysen in Molekül-Ebene funktionieren. Und ob mann dann eine verwertbare Aussage bekommt wie sich das Material später verhält, ist fraglich.

Wir prüfen auch den MFI um einen Anhaltspunkt über das Fließverhalten zu bekommen. Weiterhin ist bei Materialen mit Füllstoffen (Talkum, Glasfaser) noch deren Menge interessant (wird bei uns über Veraschung im Muffelofen nachkontrolliert).

Damit kann ich jedoch nur einen sehr geringen Teil der wichtigen Eigenschaften dektieren. Viele Eigenschaften (Entformbarkeit, Witterungsstabilität) werden über die Zugabe diverser Additive in sehr geringen Dosen beeinflusst. Die tatsächliche Menge dieser Additive lässt sich jedoch nur sehr bedingt und sehr aufwändig feststellen.

Von der Grundidee ist das zwar ein sehr gut Ansatz den man verfolgen sollte, jedoch aber aus unserer Erfahrung in der Praxis nur bedingt bzw. sehr kostenintensiv umsetzen kann.

Gruß, Roland
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Aw: Wareneingang/ Granulatprüfung! 25 Okt 2008 16:35 #2591

Hallo Roland,

klar hat jeder Prozess seine Schwankungen. Und um die zu ermitteln braucht es einfach zu viel von Technik, die im einzelnen für eine kleine Firma nicht realisierbar ist.
Man sollte immer nach dem nutzen für sich sehen. Toll wäre natürlich alle Infos zu bekommen von der Materialherstellung, einfach den Lebenslauf vom Material. Nur dies würde so einen hohen Aufwand bedeuten das das Spritzteil dann nicht mehr zu bezahlen ist am Ende der Kette.

Kannst Du vielleicht eine Firma empfehlen die Geräte zur MFI- Messung vertreibt!?
Ich denke mal das wir mit der Messung des MFI schon sehr gut fahren könnten.

Denke derweil.

Gruss Pin
  • pinocio_m
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