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Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen
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THEMA: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen



Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 10 Jan 2008 14:05 #1137

Hallo, eine Frage an die Statistiker im Forum:
wie kann bei einer zerstörenden Prüfung eine Prozessfähigkeit berechnet werden, vor allem auch unter der zusätzlichen Massgabe, dass nur ein Mindestwert erreicht werden muss, nach oben hin aber kein Grenzwert vorgegeben ist. Beispiel wäre der klassische Zugversuch mit Vorgabe einer Mindestzugfestigkeit.
Gerade beim Ziehen von Metallverbindungen können erhebliche Streuungen auftreten, da ist jeder cp-Wert abseits jeder Fähigkeit. Die Mindestzugfestigkeit ist ein "besonderes Merkmal" und wir müssen gemäß Kundenvorgabe eine Fähigkeit dafür nachweisen.
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Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 10 Jan 2008 16:59 #1140

Hallo,

Mit einem Statistiktool ist dies relativ einfach.

Meine Empfehlung hierzu:

Unter Anwendung der quantitativen (mess-/zählbare) Merkmale müssen hier Messergebnisse verwendet werden.
Man setzt die Mindestanforderung als untere Toleranzgrenze ein d.h. als untere natürliche Grenze.(Einseitiges Merkmal)
Zur Überwachung dieser Prozesse können Einzelwertkarten oder Regelkarten verwendet werden.

Bedingung hierbei ist: Die Prüfung muss bis zum Ausfall oder Bruch erfolgen damit man einen Messwert bekommt.
Diese festgestellten Werte müssen bei der Prüfung natürlich über der Mindestanfordeung liegen.
Diese Ergebnisse in Form einer Stichprobe mit n=5 auf eine Regelkarte übertragen.Eine weitere Möglichkeit bietet sich hier mit n=1 auf eine Shewhart-Karte mit gleitenden Kennwerten zurückzugreifen.

Diese Regelkarte lässt sich nach einer entsprechend grossen Stichprobe unter Beachtung des Verteilungmodelles berechnen, hierbei spielt der Cp-Wert eine untergeordnete Rolle, und nur der Cpk-Wert ist für die Prozessfähigkeit relevant.

Ergänzend möchte ich noch erwähnen: Eine genaue Analyse nach dem Prozessmodell kann erst nach Sichtung einer Aufzeichnug erfolgen.Vermutlich liegt hier infolge einer grossen Chargenstreuung das Prozessmodell C4 (Nach DIN 55319) vor.
Hier sind grosse Einflüsse wie: unterschiedliche Chargen; Schwankungen im Rohmaterial oder evtl.Messungenauigkeiten der Vorrichtung

Auf Wunsch kann ich ein Beispiel mit entsprechenden Daten zusenden.

Gruss

Cooper
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Letzte Änderung: 10 Jan 2008 20:13 von cooper. Begründung: Inhaltliche Ergänzungen

Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 11 Jan 2008 06:23 #1142

Hallo Cooper,

vielen Dank für die Info. Gibt es dazu in der Literatur irgendwo Fundstellen, wo man sich mal "einlesen" kann ?
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Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 11 Jan 2008 07:17 #1144

Hallo,

von R.Bosch gibt es eine QA Information für die Fähigkeiten bei einseitig begrenzten Merkmalen.

Robert Bosch
QA - Information No.2 vom 25.03.96

Müsste mal nachsehen ob ich die noch habe.

Gruß
Askar
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Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 11 Jan 2008 07:56 #1145

Hallo,

hier in diesem Forum unter diesem Link www.simple-quality.de/View-details/Infor...lysen-DIN-55319.html
steht ein Beitrag zum Einlesen.

Als Literatur ist empfehlendswert das Buch "Statistische Verfahren zur Maschinen- und Prozessqualifikation" vom Hanser Verlag.
Dort ist ein einfacher und verständlicher Weise eine Beschreibung aller Prozessmodelle nach DIN 55319 ausgeführt.

Desweiteren gab oder gibt es noch eine hervorragende HP von der RFH Köln. Einfach mal bei Google schauen......


Gruss

Cooper
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Letzte Änderung: 14 Jan 2008 06:41 von cooper. Begründung: Korrigiert

Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 15 Jan 2008 12:21 #1180

Hallo zusammen !

Wenn ich mich nicht irre könnte man, wenn seitens des Kunden kein Grenzwert vorgegeben ist, die CPU/CPO Formel auch entsprechend dem Grenzwert umwandeln und einen CPO bzw. CPU von klassisch 1,67 oder auch 2 einsetzten und daraus ergibt sich dann der Grenzwert.

Die Streuungen könnten unter Umständen auf eine nicht fähige MSA deuten, (sollte unter Umständen auch berücksichtigt werden)

lg

Safet
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Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 15 Jan 2008 13:05 #1185

Hallo Safet,

ganz so einfach geht dies nicht.

Bei dieser Vorgehensweise muss eine Normalverteilung vorliegen.

Desweiteren darf keine Shewhart-Lagekarte hierzu verwendet werden, sondern eine Annahme-Lagekarte.
Unter Vorgabe der Eingriffswahrscheinlichkeit 99,....% können dann die Grenzwerte OEG/UEG neu berechnet werden.

Gruss

Cooper
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Aw: Fähigkeiten bei zerstörenden Prüfungen 15 Jan 2008 14:12 #1190

Hallo Cooper !

Grundsätzlich stimme ich dir zu. Jedoch aber über Verteilungsformen zu diskutieren würde hier den Rahmen sprengen. Ich nehme an das diejenigen die mit Stat. Verfahren arbeiten auch wissen das die Formeln nur für NV Merkmale gelten und in allen anderen Fällen andere Methoden für die Berechnung herangezogen werden müssen. (Percentilmethode usw.) aber nochmals danke für die Ergänzung.

lg

Safet
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