Hallo Tamtom.
Estmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Sie hilft mir aber leider nicht ganz weiter.
Mein Problem ist, das ich für den Fall eines defekten Messmittels in einer Risikoanalyse festlegen können muss, wie die weitere Vorgehensweise ist. Also wie ich mit den besagten Betroffenen Teilen Normkonform umgehen kann. Ich bin nun davon ausgegangen, das ich nicht jedes einzelne Fehlerhafte Teil, oder selbst die Produktgruppe einer Risikoanalyse unterziehen kann. Unsere Produktvielfalt ist dafür einfach zu groß. Deshalb habe ich die Analyse auf das Messmitel bezogen, somit auf die Risiken die davon ausgehen. Zum besseren Verständniss habe ich Auszüge meiner bereits angefangenen Risikobewertung angefügt.
MFG Summer81
Ziel : Einstufung der Risiken, die aus einem fehlerhaften Prüfmittel und der damit verbundenen
Abweichungen für bereits erstellte Produkte resultieren.
Maßnahmenfestlegung anhand der Einstufung/Bewertung
Inhalt: 1. Bedeutung (schwere) des Fehlers
2. Auftreten der Ursache
3. Entdeckung der Ursache
4. Risikoprioritätszahl
1. Bedeutung
Schwere des Fehlers und Auswirkung auf den Kunden (kann auch nachfolgende Abteilung sein)
(Analyse, welche Auswirkung das fehlerhafte Prüfmittel, und die daraus resultierende Abweichung,
auf bereits geprüfte Produkte haben könnte. Die schwere des Fehlers ist stark von der Höhe der Abweichung abhängig.)
1 Es ist unwahrscheinlich, dass die Abweichung eine wahrnehmbare Auswirkung auf das Verhalten der Produkte / Prozesse haben wird/würde
2-3 Die Abweichung ist unbedeutend, der Kunde wird/würde nur geringfügig belästigt bzw. eine geringfügige Beeinträchtigung
der Prozesse bemerken.
4-6 Mittelschwere Abweichung, die Unzufriedenheit beim Kunden auslösen wird/ würde. Er wird/würde Maßabweichungen bemerken und sich belästigt fühlen.
7-8 Schwere Abweichung, die den Kunden verärgern wird/würde. Sicherheitsaspekte oder gesetzliche Vorschriften sind/wären nicht betroffen. Die Funktion der Produkte / der Prozesse
wäre stark beeinträchtigt.
9-10 Äußerst schwere Abweichung, sie kann zu Produktausfällen führen oder die Sicherheit und / oder die
Einhaltung gesetzlicher Vorschriften beeinträchtigen
2. Auftreten
Wahrscheinlichkeit, mit der die Ursache der Abweichung künftig erneut auftritt .
1 Unwahrscheinlich: Es ist unwahrscheinlich, das die Ursache
erneut auftritt.
Fehlerhäufigkeit = 1 ppm (VDA), ≤ 1 von 1.500.000 (QS-9000)
2-3 Sehr gering: Es ist eine verhältnismäßig geringe Anzahl fehlerhafter
Mess- und Prüfmittel zu erwarten.
Fehlerhäufigkeit (2) = 50 ppm (VDA), 1 von 150.000 (QS-9000)
Fehlerhäufigkeit (3) = 100 ppm (VDA), 1 von 15.000 (QS-9000)
4-6 Gering: Es ist damit zu rechnen, das gelegentlich, aber nicht in größerem
Maße die Ursache auftritt.
Fehlerhäufigkeit (4) = 500 ppm (VDA), 1 von 2.000 (QS-9000)
Fehlerhäufigkeit (5) = 1.000 ppm (VDA), 1 von 400 (QS-9000)
Fehlerhäufigkeit (6) = 5.000 ppm (VDA), 1 von 80 (QS-9000)
7-8 Mäßig: Die Ursache tritt immer wieder auf, die zu fehlerhaften Mess-und Prüfmitteln führt.
Fehlerhäufigkeit (7) = 10.000 ppm (VDA), 1 von 20 (QS-9000)
Fehlerhäufigkeit (8) = 50.000 ppm (VDA), 1 von 8 (QS-9000)
9-10 Hoch: Es ist nahezu sicher, das die Ursache sich in größerem Umfang wiederholen wird.
Fehlerhäufigkeit (9) = 100.000 ppm (VDA), 1 von 3 (QS-9000)
Fehlerhäufigkeit (10) = 500.000 ppm (VDA), ≥ 1 von 2 (QS-9000)
3. Entdeckung
Wahrscheinlichkeit, mit der die Ursache der Abweichung (zukünftig) entdeckt wird
1 Hoch: Funktioneller Fehler, der bei dem Umgang mit dem Prüfmittel bemerkt wird.
Fehlerentdeckung > 99,99%
2-3 Mäßig: Augenscheinliches Fehlermerkmal, welches vor jedem Prüfmitteleinsatz nach schriftlich festgelegten Verfahren überprüft wird (Manuell, Visuell)
Fehlerentdeckung > 99,9%
4-6 Gering: Leicht zu erkennendes Fehlermerkmal, welches vor jedem Prüfmitteleinsatz nach schriftlich festgelegten Verfahren überprüft wird (Manuell, Visuell) Fehlerentdeckung > 99,7%
7-8 Sehr gering: Nicht leicht zu erkennendes Fehlermerkmal, welches vor jedem Prüfmitteleinsatz nach schriftlich festgelegten Verfahren überprüft wird (Manuell, Visuell) Fehlerentdeckung > 98%
9-10 Unwahrscheinlich: Verdeckter Fehler, der beim normalen Umgang mit dem Prüfmittel nicht erkannt werden kann bzw. nicht überprüft wird.
4. Risikoprioritätszahl (RPZ)
Sie gibt Auskunft, wie die einzelnen Fehlerursachen zueinander stehen
RPZ = Bedeutung x Auftreten x Entdeckung
Anhand der Summe der RPZ bezüglich der Abweichung und deren Ursache(n)
lassen sich Prioritäten und Maßnahmen festlegen.
Abstellmaßnahmen (Unterweisung des/der MA, Aushänge…) sind zu Vereinbaren und
durchzuführen.
Sie sind entsprechend der spezifischen Gegebenheiten von der QS-Abteilung und der jeweiligen Fachabteilung individuell festzulegen.
Bsp.: Ist die Abweichung des Prüfmittels sehr gering, weisen die damit gemessenen Maße große Toleranzen auf, ist das Risiko eines weiteren Auftretens der Ursache(n) gering, und die (zukünftige) Entdeckungswahrscheinlichkeit des Verschleißes/ der Ungenauigkeit des Prüfmittels hoch, ergibt sich geringer Handlungsbedarf. – niedrige RPZ
Sind dagegen sicherheitsrelevante Teile betroffen, oder würde die Abweichung des Prüfmittels einen Produktausfall verursachen,sind die Maße eng toleriert und ist die Wahrscheinlichkeit des weiteren Auftretens der Ursache(n) der Abweichung hoch,
sowie der Verschleiß / die Ungenauigkeit des Prüfmittels schwer zu entdecken,
besteht akuter Handlungsbedarf. – hohe RPZ
Desweiteren ist der Kunde/die Kunden umgehend zu informieren, und ein Rückruf /
eine Reparatur der betroffenen Produkte zwingend zu veranlassen. Es sind alle
betroffenen lagerhaltigen Teile bis zum ersten Gutteil zurückzumessen.
Nicht verwendungsfähige Teile werden entsprechend der Verfahrensanweisung zur Lenkung fehlerhafter Produkte gehandhabt.