Eine MSA Studie nach der Studie 1 und 2 des Manuals von 1990 ist an zerstörenden Prüfgeräten nicht durchzuführen.
Genannt wurden hier Spektrometer mit Eichproben und Härteprüfer.
Um es auf die Spitze zu treiben: Macht doch mal eine MSA Studie am Kerbschlaghammer

. Die Antworten möchte ich hören bzw. lesen!
Hierzu noch mal was aus eigener Erfahrung am Beispiel der Härteprüfer:
Vor etwa 14 Jahren wurde ich mit der MSA Studie an Härteprüfern im Rahmen eines Audits konfrontiert und ein vorgelegtes Beispiel sollte mir dies "belegen".
Ich habe diese Studie dann als absurd und Show for Auditor entlarvt.
Eine Studie 1 an einer HRC Prüfplatte mit 0,4 HRC Toleranzbreite laut Aufdruck habe ich mit imaginären Werten innerhalb dieser Breite berechnet und dabei ermittelt, dass zur Fähigkeit dieser Platte 8-9 HRc "Produkt" -Toleranz notwendig war, ohne auch nur einen Eindruck gesetzt zu haben.
Zeichnungstoleranzen liegen üblicherweise bei 5-6 HRc Toleranzspanne, wobei mir auch schon weniger gezeigt wurde. Kürzlich erst eine Spez.-Breite von 2,5 HRc

.
Somit galt das schon gesagte: Ist Studie 1 nicht erfolgreich, geht Studie 2 auch nicht.
Wer dann eine Studie 2 macht, macht dies nur um dem Auditor "was vorzulegen" weil er hofft, das dieser das nicht versteht und es so "gefordert" ist.
Dazu kommt, wie schon erwähnt, das ich das Produkt prüfe und den ermittelten Wert glauben muss, mit dem Wissen, das:
a) eine "Fehlermöglichkeit" am Produkt vorliegt, falls der Wert aus der Toleranz ist und dies dann weiterer Untersuchung bedarf.
b) Prozess- Werkstoffstreuung oder die Prüfstelle selbst den nächsten Prüfwert am gleichen Teil nicht gleich sein lassen kann.
Hier seien z. B. Härteverläufe genannt. Was erkäre ich da einem Auditor?? , wenn meine Prüfaufgabe nur Härteverlaufsermittlungen sind. Oder andere Toleranzen sind nur einseitig begrenzt bzw. auf eine bestimmte Stelle (Eht).
c) ich selber z. B. als Werkstoffprüfer ausreichend geschult bin, um mit dem Prüfgerät zu arbeiten und eigene Fehlermöglichkeiten ausschliesse bzw. auch erkenne.
Nach längerer Zeit wurden diese Einwände akzeptiert und in dem MSA Manual 3. Edition von 2003 wurde dem dann Rechnung getragen.
So gilt dort auf Seite 143-157 der engl. Version in Chapter IV for Destructive Measurment Systems eine Stability
Studie S3 - Large sample from a stable process
Studie S4 - Split Specimens....
Sowie eine Variability
Studie V3 und V4
Aus dem ehemals etwa 15 seitigen MSA-Manual von 1990 ist ein 239 Seiten "Buch" geworden, das man sich erst erarbeiten muss, wenn es denn dann so gefordert wird und anwendbar ist (Toleranzbezug zu Studie S3, S4 und V3 V4, ich habe es selber noch nicht versucht

).
Für Prüfgeräte wie Härteprüfer ist in einer entsprechenden EN ISO DIN Norm Teil 2 die Kalibrierranforderungen für eine direkte Prüfung mittels Prüflastprüfer und Anderem, sowie einer indirekte Prüfung mittels MPA Prüfplatte mit Grenzabweichung und Wiederholpräzision beschrieben. Und dies produkttoleranzunabhängig, egal ob die Spezifikation z.B. 6, 8 oder gar 10 HRc Spannweite zulässt oder nur einen Min- oder Max-Wert.
Wer so die Geräte oft genug prüft und seine Prüfer ausreichend ausgebildet hat, kann auch ohne MSA "Schaustudie" prüfen.