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OEMs und ISO/TS16949
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THEMA: OEMs und ISO/TS16949



OEMs und ISO/TS16949 07 Jul 2011 20:56 #11337

Hallo zusammen,

muss sich ein OEM eigentlich auch als Lieferant dem Endkunden nach der jeweiligen Norm (z.B. ISO/TS 16949) "unterwerfen"?
Und wie hoch ist eigentlich die durchschnittliche Lebensdauer eines KFZ nach "Stand der Technik"?

Diese Frage ist rein privater Natur, da ich eine genaue Antwort bisher nicht gefunden habe.
Da aber die Forderung der Archivierung von Dokumenten bei 15 Jahre liegt, könnte ich mir eine solche Lebensdauer vorstellen.

Gruß Thomas
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 08 Jul 2011 05:00 #11338

Hallo,

die ISO/TS wurde doch von den OEM in der IATF erstellt, warum sollte die sich selber soetwas aufs Auge drücken. den Endkunden interessiert dies sowieso nicht...... .

Es gibt einige "kleine" Tochtergesellschaften der OEM´s die als Lieferanten gelten, diese sind dann auch ISO/TS Zertifiziert.

Ich dachte immer die durchschn. Lebensdauer eines KFZ liegt bei 10Jahren (n.m.E.)

Gruß
Wolfgang
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VIele Grüße

Wolfgang

Aw: OEMs und ISO/TS16949 08 Jul 2011 15:36 #11350

Naja, wenn mir mein Auto nach 53000km mehr Sorgenfalten auf die Stirn treibt, als mein Arbeitgeber, finde ich schon das es mich interessiert sollte (daher die Frage als Privater).
Vor allem finde ich es nicht wirklich prickelnd, wenn die OEMs die Lieferanten knebeln (z.B. FMEA, Prozessfähigkeit...) aber bei Problemen des Endkunden einfach dicht machen.
Kenne da genügend Beispiele.
M.M.n. wird so das ganze QM zu einer Farce.
Management von Kundenbeziehungen ist halt keine Einbahnstraße.
Aber es ist schliesslich einfacher als OEM vor anderen Türen zu fegen als vor der eigenen .

Gruß
Thomas
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 12 Jul 2011 06:09 #11357

Du fährst nicht zufällig einen Renault Clio? Da war auch nix mit einer Lebensdauer von 10Jahren.

Also zum Thema OEM und TS, wiederhole ich mein schönstes Erlebnis:

Schulung im Schulungszentrum Ford zum internen Auditor ISO/TS, 5 Lieferanten, 4 Ford-Mitarbeiter (aus der ENTWICKLUNG!!), wir bekommen die Schulungsunterlagen, als Anhang die CSR von Ford, selbstverständlich auf English, ein Ford-Mitarbeiter wirft einen Blick rein, und fragt dann den Referenten - fü wenn das Dokument sei und ob das überhaupt jemand verstehen soll, und das wäre ja super kompliziert.

5 Lieferanten fallen bald vom Stuhl!!! Die eigene Entwicklung weiß nicht mal, was sie von ihren Lieferanten erwartet!!!

Das mit der Qm siehst du meiner Meinung nach falsch, was hat das eine mit dem anderen zu tun, und wenn ich wiederum eine Ford-Schulung richtig in Erinnerung habe, dann kommt die berühmte Badewanne zum tragen, Ziel ist eine gewisse Lebensdauer zu erreichen und dann darf der Ausfall in die Höhe gehen. In den Anforderungen für Lieferanten steht 100.000 km oder 10 Jahre. Aber ich glaube die 10 Jahre sind nicht das Ziel der OEM beim Kunden, DU SOLLST DIR FRÜHRER ein neues Auto kaufen müssen!!! Da ist keine Frage der Kundenbeziehung sondern des Marketing!!!

Genauso Aberwitzg finde ich das Theather was manche Händler abziehen wenn es darum geht ein Teil zu wechseln das definitiv in der Garantiezeit defekt ist. Die Händler belasten den OEM und der seinen Lieferanten mit Zuschlägen für diese Teile, Aber ih muss 5 mal da auflaufen bevor mir ein Ersatzteil eingebaut wird, alles für den Bonus und die Statistik!!

Das ist keine Frage des QM, sondern von der jeweiligen Zielsetzung, und da überstimmt das Ziel :MONEY eben das Ziel Qualität (Lassen wir das Thema Kundenbindung mal ausser acht, davon verstehen viele nix!!)

Gruß

TamTom
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 12 Jul 2011 12:04 #11361

Hallo Thomas,
die ganze Entwicklung der "Qualitätsnormen" beginnt ungefähr in den 80ern (ok ok ich weiß Deming). In diesen Jahren haben sich viele Automobilhersteller entschieden eigene Kompetenz auf immer mehr Lieferanten zu verlagern und gleichzeitig die eigene Belegschaft zu verkleinern.

Anfänglich fanden das auch alle ganz toll, denn die Zulieferteile wurden immer billiger (tja aber auch in der Qualität schlechter) und man konnte die Zulieferer einfacher quälen als die eigene Belegschaft (Betriebsrat und Gewerkschaft).

Übertrieben haben das in den 90ern zuerst mal OPEL (GM), dann VW und dann auch Mercedes. (Thema: Shareholder Value!) Was diese Firmen schlicht übersahen, war der Kunde denn der bringt schließlich die Kohle und nicht die Anteilseigner, zumindest auf Dauer. Anfänglich stimmt das schon, dass erst mal die Investoren einen Firmenstart finanzieren, aber dafür erhalten sie ja auch recht viel Geld zurück. So 50-90 Jahre nach einer Gründung sticht nun mal der Kunde und nicht mehr die erstmaligen Investoren. Aber ich schweife ab.

Nun sollte alles besser werden: Die Japaner machten es mit dem Toyota Produktionssystem vor, die Amis zogen mit der QS 9000 nach und dann kamen wir Europäer mit der ISO 9001 und anschließend mit der TS 16949 die die QS 9000 ablösen sollte.
Tja dann haben sie noch die VDA und und und und so weiter.

Ich denke die Hersteller haben langsam kapiert, dass es nicht nur den Gewinn für die Anteilseigner gibt sondern und vor allem die Kunden. Aus diesem Grund sind nun alle Normen auf den Kunden und die Kundenwünsche ausgerichtet.

Da die OEM`s heute hauptsächlich Entwicklungs- und Montagebetriebe (OK ich weiß Motorenbau) sind, können sie sich zwar auf der einen Seite zurücklehnen, aber die Bürokratie zum Erreichen von Qualität wird logischerweise immer heftiger.

Ich hoffe mal, das hat ein wenig geholfen.

Grüßle
Peter
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 12 Jul 2011 12:58 #11363

Hallo Peter,

ich gebe Thomas in einem Punkt recht, die Kundenorientierung steht eben in der TS, VDA, Qs9000 etc., aber genau diese wenden die OEM ja nicht an!!!! Bzw. bekommen sie sie nicht auf ihre Händler transferriert, denn da wird aus meiner Sicht immer noch Servicewüste Deutschland praktiziert (oft!!)

Und eben die Zahl der Defekte an Autos steigt doch in den letzten jahren erheblich an, das zeigen auch die Rückrufe.
Hier hab ich auch den Eindruck, die OEM tuen sich und dem Kunden keinen Gefallen mit ihrem unglaublichen Entwicklungsdruck, ein Auto muss in 24 Monten komplett durchentwickelt und getestet sein, wo früher 5 Jahre für Zeit war.
Klar werden immer wieder vorhandene Systeme übernommen, aber auch Änderungen werden nicht erprobt. Manchmal habe ich das Gefühl, das Mircosoft-Prinzip, der Benutzer ist unser Fehlerfinder wurde ein bischen auch auf die Autoindustrie übernommen, tritt der Fehler zuviel auf müssen wir halt nachbessern (oder auch nicht wie der tolle Fensterheber von VW seit Jahren beweist!!! Ich kenne praktisch keinen Golffahrer dem nicht irgendwann ein Fenster runtergefallen ist und das nicht nur in einer Generation Golf!!).

Und ich bin mir sicher VW kennt das Problem, den ganau dafür hat man doch mal die tollen Servicecenter aufgemacht, an die alle Händler reklamierte Teile senden müssen.

Gruß

Tamtom
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 12 Jul 2011 14:24 #11364

Hallo zusammen!

Mir fiel gerade wieder die Geschichte ein, wie am Tag der Hochzeit meines Bruders auf dem Weg zur Kirche mein Beifahrerfenster im Golf runterknallte. Gut, dass er im Mai geheiratet hat und nicht im Januar.

Unabhängig davon bin ich der Meinung, dass keiner der OEMs, bei denen ich aus beruflichen Gründen bisher auch tatsächlich einmal live hinter die Kulissen blicken durfte, ein ISO TS Zertifikat verdient hätte. Traurig, aber wahr. Ist halt alles ne Frage der Position in der Nahrungskette... D

Bei der Archivierungsdauer von Dokumenten muss ich allerdings noch mal einhaken, weil ich beim Lesen drüber gestolpert bin. Die 15 Jahre beziehen sich auf die Nutzungsdauer, das ist korrekt. Heißt, dass die bei 15 Jahren liegt. Allerdings müssen auf die Nutzungsdauer auch noch ein paar Jährchen für Entwicklung und Gewährleistung drauf gerechnet werden. Es reicht bei einigen Dokumenten nicht aus, diese 15 Jahre aufzubewahren. Eher 23 Jahre. (Manche erhöhen einfach auf 30).

Is blöd, is aber wohl so (hab da mal ne Abweichung für kassiert...) Wollt ich nur sagen, bevor Du mit den 15 Jahren auch mal auf die Nase fällst im Audit.

Liebe Grüße
Frauke
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 12 Jul 2011 15:09 #11366

Guten Tag,

um die Eingangsfrage zu beantworten (Quelle IATF Zertifizierungsvorgaben):
Es können nur solche Produktionsstandorte mit Produktion von Serien- und/oder Ersatzteilen zertifiziert werden,
die an Kunden geliefert werden, die ISO/TS 16949 Konformität fordern.
Zur Automobilindustrie gehören PKW, leichte Nutzfahrzeuge, LKW, Busse und Motorräder.
Ausgeschlossen sind Industriefahrzeuge, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Fahrzeuge ohne Straßenzulassung (Bergbau, Forstwirtschaft, Straßenbau, etc.).

Fazit:
Die OEM als Hersteller können keine ISO/TS 16949 Zertifizierung erlangen. Nur deren interne Systemlieferanten wie Motoren- oder Getriebewerke können nach ISO/TS 16949 zertifiziert werden.


Mit freundlichen Grüßen
Sonntag
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Mit freundlichen Gr

Aw: OEMs und ISO/TS16949 12 Jul 2011 18:02 #11368

Nachdem ich mal mit unseren TS-zertifizierten Lieferanten gesprochen und mir die Beiträge hier so angesehen habe, bestätigt sich meine Meinung als Quali-Täter immer mehr:

Die QM-Normen im Automotive-Sektor werden immer mehr zu einem bürokratischen Monster, was mehr Kosten verursacht als vermeidet.
Und das schlimme daran ist, dass alle anderen Sparten unbedingt meinen, sie müssten da mitziehen.
Auf die OEMS bezogen würde das bedeuten, dass diese sich noch nicht mal an den eigenen Normen/Regeln messen lassen müssen....


@Tamtom:

Nein, ich fahre keinen Renault.
Es ist ein Fiat Scudo II als Joint-Venture von/mit PSA Der hat nen defekten LLK, Klima auch, Kraftstoffpumpe löst sich auf, Vorderbau knarrt und so weiter...

Und einer Arbeitskollegin ist nach 2 1/2 Jahren die Verkleidung vom Seitenairbag ihres Eos abgefallen.
Kulanz von VW wurde abgelehnt, weil sie immer falsch einsteigt


Naja,was solls, wird das nächste Auto halt ein TaTa.....

Gruß Thomas
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Aw: OEMs und ISO/TS16949 13 Jul 2011 05:26 #11370

Sonntag schrieb:

Fazit:
Die OEM als Hersteller können keine ISO/TS 16949 Zertifizierung erlangen. Nur deren interne Systemlieferanten wie Motoren- oder Getriebewerke können nach ISO/TS 16949 zertifiziert werden.




Können, ist ein sehr freundliches Wort, wenn man bedenkt, das die IATF, dieses Dokument geschrieben hat und damit ja auch defniert hat wer ein TS Zertifikat braucht. Also ist es doch eher der Trick, das ganze so wie unten zitiert zu schreiben, dann falle ich als OEM nicht drunter.
Sonntag schrieb:

Es können nur solche Produktionsstandorte mit Produktion von Serien- und/oder Ersatzteilen zertifiziert werden, die an Kunden geliefert werden, die ISO/TS 16949 Konformität fordern.

Ich bin Kunde des OEM, ICH VERLANGE sehr wohl die TS von ihm, also kann er auch TS zertifiziert sein!!! Aber das ist dem OEM egal.

Gruß

TamTom
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