Hallo Thomas,
die ganze Entwicklung der "Qualitätsnormen" beginnt ungefähr in den 80ern (ok ok ich weiß Deming). In diesen Jahren haben sich viele Automobilhersteller entschieden eigene Kompetenz auf immer mehr Lieferanten zu verlagern und gleichzeitig die eigene Belegschaft zu verkleinern.
Anfänglich fanden das auch alle ganz toll, denn die Zulieferteile wurden immer billiger (tja aber auch in der Qualität schlechter) und man konnte die Zulieferer einfacher quälen als die eigene Belegschaft (Betriebsrat und Gewerkschaft).
Übertrieben haben das in den 90ern zuerst mal OPEL (GM), dann VW und dann auch Mercedes. (Thema: Shareholder Value!) Was diese Firmen schlicht übersahen, war der Kunde denn der bringt schließlich die Kohle und nicht die Anteilseigner, zumindest auf Dauer. Anfänglich stimmt das schon, dass erst mal die Investoren einen Firmenstart finanzieren, aber dafür erhalten sie ja auch recht viel Geld zurück. So 50-90 Jahre nach einer Gründung sticht nun mal der Kunde und nicht mehr die erstmaligen Investoren. Aber ich schweife ab.
Nun sollte alles besser werden: Die Japaner machten es mit dem Toyota Produktionssystem vor, die Amis zogen mit der QS 9000 nach und dann kamen wir Europäer mit der ISO 9001 und anschließend mit der TS 16949 die die QS 9000 ablösen sollte.
Tja dann haben sie noch die VDA und und und und so weiter.
Ich denke die Hersteller haben langsam kapiert, dass es nicht nur den Gewinn für die Anteilseigner gibt sondern und vor allem die Kunden. Aus diesem Grund sind nun alle Normen auf den Kunden und die Kundenwünsche ausgerichtet.
Da die OEM`s heute hauptsächlich Entwicklungs- und Montagebetriebe (OK ich weiß Motorenbau) sind, können sie sich zwar auf der einen Seite zurücklehnen, aber die Bürokratie zum Erreichen von Qualität wird logischerweise immer heftiger.
Ich hoffe mal, das hat ein wenig geholfen.
Grüßle
Peter